Patagonien

In Patagonien, der südlichsten Region Chiles und Argentiniens, ist mit dem chilenischen Inlandeis die größte zusammenhängende Eismasse außerhalb der Pole und Grönlands zu finden.

Patagonien wird in zwei durch die Anden voneinander getrennte Großlandschaften unterteilt. Es besteht aus Westpatagonien, das überwiegend zu Chile gehört, und dem größtenteils zu Argentinien gehörenden Ostpatagonien. Oftmals wird auch das südlich der Magellanstraße gelegene Feuerland zu Patagonien gerechnet. Patagonien ist sehr dünn besiedelt. Die mittlere Bevölkerungsdichte liegt bei etwa zwei Einwohnern pro Quadratkilometer, in Santa Cruz sogar unter einem Einwohner pro Quadratkilometer.

Der argentinische Teil Patagoniens mit einer Fläche von 765.720 Quadratkilometern besteht aus fünf Provinzen (von Nord nach Süd):

Neuquén
Río Negro
Chubut
Santa Cruz
Tierra del Fuego
Der chilenische Teil Patagoniens umfasst

die XIV. Region (Región de los Ríos) mit den Provinzen Valdivia und Ranco
die X. Region (Región de los Lagos) mit den Provinzen Chiloé, Llanquihue, Osorno und Palena
die XI. Region (Región de Aysén del General Carlos Ibáñez del Campo) mit den Provinzen Aisén, Capitán Prat, Coihaique und General Carrera
die XII. Region (Región de Magallanes y de la Antártica Chilena) mit den Provinzen Magallanes, Tierra del Fuego, Última Esperanza und Antártica Chilena

Gletscher und Nationalpark Los Glaciares:

Auch im Nationalpark Los Glaciares mit dem Gipfel des Monte Fitz Roy auf argentinischer Seite erstrecken sich faszinierende Gletscher. Gelegentlich brechen hier Teile des Perito-Moreno-Gletschers ab. Bei diesem faszinierende Naturschauspiel donnern die Eismassen mit ohrenbetäubenden Lärm ins Meer oder in die Seen. 1981 wurde der Nationalpark in die Weltnaturerbeliste der UNESCO aufgenommen.

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Geologie:

Ebenfalls von Gletschern geformt wurde die einzigartige Fjordlandschaft an der Küste. Im Pleistozän (vor etwa 1,8 Mio. – 11.500 Jahren) waren große Teile des südamerikanischen Kontinents von gewaltigen Eismassen bedeckt. Gletscher bahnten sic ihren Weg aus den Bergen zum Pazifik und schnitten dabei tiefe Trogtäler in die Gebirge. Noch heute reichen viele Gletscher weit ins Meer hinein.

Patagonische Landschaften:

Doch auch außerhalb dieser ewigen Eismassen wartet Patagonien mit einer faszinierend Landschaft auf. Geprägt wird die nur spärlich besiedelte Gegend durch weite Steppenebenen, Pampas genannt. Die Gipfel der Anden teilen Patagonien in einem westlichen und einen östlichen Teil. Im feuchten und kühlen chilenischen Westen konnten Regenwälder entstehen, doch der östliche argentinische Teil liegt im Regenschatten der Anden und ist daher sehr trocken.

Klima und Vegetation:

Der chilenische Teil Patagoniens wird von dem feuchten, kühlen Klima der Westanden und von dem dazugehörigen valdivianischen Regenwald geprägt. Der argentinische Teil hingegen liegt im Regenschatten der Anden und ist sehr trocken. Charakteristisch für diese Region ist der immerwährende starke Wind. Im Westen der chilenischen Südspitze Patagoniens liegt das chilenische Inlandeis, die größte zusammenhängende Eismasse außerhalb der beiden Pole und Grönlands. Zu Patagonien gehören auch die südlichen Ausläufer der Anden sowie die dem südamerikanischen Festland vorgelagerte subantarktische Inselregion Feuerland. In den südlichen patagonischen Anden befindet sich das einzige größere kaltgemäßigte Landgebiet auf der Südhalbkugel der Erde, während das übrige Patagonien größtenteils zur kühlgemäßigten Zone gehört.

Neuquén, Nordpatagonien:

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Viedma, Nordpatagonien:

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Ushuaia, Südpatagonien:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
14°C14°C12°C10°C7°C5°C4°C6°C8°C11°C12°C13°C
5°C5°C4°C2°C0°C-1°C-2°C-1°C1°C2°C4°C5°C

Nationalparks:

In Patagonien gibt es zwei international bekannte Nationalparks, den chilenischen Nationalpark Torres del Paine und den Nationalpark Los Glaciares auf argentinischer Seite. Letzterer wurde 1981 von der UNESCO auf die Weltnaturerbeliste gesetzt und macht gelegentlich durch spektakuläre Abbrüche des Perito-Moreno-Gletschers von sich reden.

Nationalpark Los Glaciares

Nationalpark Los Glaciares

Natur:

Fauna:

Charakteristische Vertreter der patagonischen Tierwelt sind das Guanako, der Nandu und der Andenkondor. Die zahlreichen Seen Patagoniens sind Heimat für Flamingos und zahlreiche andere Wasservögel. Patagonien beheimatet die zu den Grubenottern zählende Patagonien-Lanzenotter (Bothrops ammodytoides). Sie ist die am südlichsten lebende Schlangenart. Seit der spanischen Conquista im zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts breiteten sich entlaufene Weidetiere – insbesondere Rinder und Pferde – von der Pampas nach Patagonien aus, die sich sehr schnell vermehrten und verwilderten. Sie wurden als Cimarrones bezeichnet und boten den damals dort ansässigen Indianern eine neue Subsistenzbasis als Reiterjägerkulturen. In den Gletscherspalten Patagoniens lebt die Steinfliegenart Andiperla willinki, welche sich von organischen Einschlüssen im Eis ernährt.

Besondere Landschaften:

Cuernos del Paine:

Die Cuernos (Hörner) del Paine zählen wegen ihrer interessanten Färbung, unten dunkel, ein breiter heller Streifen, darauf dunkle Spitzen, zu den spektakulärsten und schönsten Erhebungen im Park. Sie erheben sich über dem Lago Pehoé. Im gut erschlossenen Torres del Paine Nationalpark trifft man auf Guanakos, Füchse und, mit ein wenig Glück, auch auf Pumas.

Cerro Torre:

Für exzellente Bergsteiger sind 3133 m eigentlich nicht hoch, trotzdem rangiert der Cerro Torre in der Hitliste der am schwierigsten zu besteigenden Gipfel der Welt weit oben. Denn zwischen 1974 und 2005 schlugen sämtliche Versuchen, den Gipfel zu erklimmen, fehl. Mit seinen gefährlich wirkenden, spitzen Zacken scheint der Cerro Torre die Menschen abwehren wollte.

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Firt Roy in der Bildmitte und der Cerro Torre links

Fitz Roy:

Einer der schönsten und beeindruckendste Berge auf der Erde. Vor allem spektakulär bei Sonnenuntergänge.

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