Kanadische Pazifikküste

Die Kanadische Pazifikküste hat eine Länge von ungefährt 7000 km. Dies hängt mit der zerklüfteten Küste zusammen, die von zahlreichen Fjorden und vorgelagerten Inseln gekennzeichnet ist. British Columbia hat als einziger kanadische Bundesstaat einen Anteil an der Pazifikküste.

storm-357270_1920

Inseln:

Vor der Küste der Provinz liegen rund 5250 kleinere und größere Inseln. Die größte und bekannteste Insel ist Vancouver Island. Weitere große Inseln sind Graham Island, Moresby Island, Princess Royal Island, Pitt Island und Banks Island.

Die mit Abstand größte Insel ist Vancouver Island, das durch die Königin-Charlotte-Straße, die Straße von Georgia und die Juan-de-Fuca-Straße vom Festland getrennt ist. Mit einer Länge von über 450 km, einer Breite von rund 100 km und einer Fläche von 32.134 km2 ist sie die elftgrößte Insel Kanadas. Nördlich davon liegt der Haida Gwaii Archipel (ehemals Queen Charlotte Islands) mit einer Gesamtfläche von 10.180 km2. Insgesamt weist die Provinz 11.890 Inseln auf.

vancouver-island-57185_1280

Klima:

Durch den Einfluss der Kuroshio-Strömung im Pazifischen Ozean besitzen Gebiete im Süden und auf Vancouver Island hingegen ein warmgemäßigtes Klima. Die Westküste ist dabei sehr regenreich. 1967 fielen an den Ucluelet Brynnor Mines an einem einzigen Tag 489,2 mm Regen, und damit die höchste jemals in Kanada gemessene Regenmenge.

Vancouver:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
6°C8°C10°C13°C17°C19°C22°C22°C19°C14°C9°C6°C
1°C2°C3°C5°C8°C11°C13°C13°C11°C7°C3°C1°C

Flora und Fauna:

Vor der Pazifikküste tummeln sich Grauwale und Schwertwale, die Orcas, im Wasser, vor den Inseln sieht man Robben und Seehunde.

Landsäugetiere:

In den Küstenwäldern streifen Bären umher. In den Feuchtgebieten findet man die größte Hirschart der Welt vor, den Elch und Wölfe durchstreifen die dichten Regenwälder des Nordpazifiks.

Wale und Delfine:

Grauwale werden etwa 15 m lang und bis zu 34 Tonnen schwer. Die Bartenwale legen bis zu 10.000 km zurück, dies stellt die längste Wanderstrecke im gesamten Tierreich dar.

Orcas ernähren sich hauptsächlich von Robben, Fischen und Seevögeln. Die Bezeichnung “Kellerwal” verdanken sie ihren Jagdtechniken, bei denen sie ihre hohe Rückenfloss wie eine Schwert einsetzten. Die in der Regel zwischen fünf und neun Tonnen schweren, rund sechs bis neun Meter langen Tiere zeihen in, von einem Weibchen angeführt, Gruppen durchs Meer.

Neben den beiden Walarten kommt auch der Buckelwal häufig in den kanadischen Gewässern vor, diese Bartenwale werden bis zu 18 m lang und sind durch ihre betörenden Gesängen bekannt. Die Melodien der Buckelwale sind in der Tierwelt einzigartig.

Nur an wenigen Stellen der Erde kann man sie besser beobachten, die Könige der Meere. Von mehreren Orten entlang der kanadischen Pazifikküste aus werden Walbeobachtungen (Whale Watching) im Rahmen von mehrstündigen Bootsausflügen organisiert, so etwa von Prince Rupert aus. Viele Grauwale ziehen zwischen März und Juli entlang der nordamerikanischen Westküste nach Norden, wo sie in den kalten Gewässern vor British Columbia und Alaska reiche Nahrungsgründe finden. Auch Schwertwale und Zwergwale zeigen sich regelmäßig in den küstennahen Gewässern. Buckelwale sind sicherlich die verspieltesten Besucher.

humpback-whale-436120_1920

Buckelwal

orca-596879_1920

Schwertwale

Fische und Vögel:

Die bekannteste Fischart im Pazifischen Ozean ist der über einen Meter lange werdende Lachs. Erwachsene Fische verlassen das Meer und schwimmen flussaufwärts zu ihren Laichplätzen. Im Süßwasser nehmen sie keine Nahrung zu sich. Die Eier werden im Kies abgelegt und befruchtet. Jungtiere halten sich einige Zeit im Süßwasser auf und kehren dann ins Meer zurück, über dem sich der Seeadler mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,80 m hoch in die Lüfte erhebt.

Flora:

Die Flora der Pazifikküste besteht vorwiegend aus dichten und feuchten Wäldern. Auf dem felsigen und zerklüfteten Boden dieser Wälder verbreiten sich Moose, Farne und Flechten. Entlang der Pazifikküste befindet sicher größte Küstenregenwald der Erde, der Great Bear Rainforest.

Inside Passage:

Die “Inside Passage”, seit vielen hundert Jahren die populärste Wasserstraße vor der kanadischen Westküste, windet sich durch zahlreiche Fjorde, Buchten und Kanäle von Vancouver Island bis hinauf nach Alaska. Mehrere Eiszeiten haben das Land zerklüftet und gespalten und so der Küste ihr dramatisches Gesicht gegeben. Haida- und Tlingit-Indianer steuerten ihre Kanus durch dies Gewässer, berühmte Seefahrer und Entdecker suchten hier nach einer Durchfahrt, indianische und weiße Fischer gründeten kleine Siedlungen auf den Inseln und jagten Wale und Lachse. Die Nachfahrten dieser Fischer leben noch immer hier, obwohl die Lachse aus vielen Buchten ganz verschwunden sind, und verdienen mühsam ihren Lebensunterhalt. Auf den Fährschiffen fahren die meisten Menschen nur noch zum Vergnügen durch die Inside Passage, um eine der landschaftlich schönsten Regionen der Erde kennenzulernen. Am beliebten ist die Route aber bei großen Kreuzfahrtschiffen, die meist in Vancouver oder Seattle ihre Tour beginnen und auf ihrem Weg nach Alaska und die atemberaubende schöne Glacier Bay durch die Inside Passage mit ihren Fjorden und bewaldeten Gebirgszügen fahren.

Wichtige Städte:

Vancouver:

Mit 560.000 Einwohner ist Vancouver die größte Stadt in British Columbia. Die Innenstadt liegt auf einer Halbinsel im Südwesten der Provinz und ist von weit ins Land reichenden Buchten wie von schneebedeckten Bergen der Coast Mountains umgeben.

vancouver-754204_1920

Prince Rupert:

Mit dem größten natürlichen Hafen der Nordwestküste gilt die Stadt als wirtschaftliches Zentrum der Yellowhead-Region. Die Sonnenuntergänge über dem Pazifik und die vielen Parks und Wälder in der Umgebung geben Prince Rupert eine romantischen Anstrich und lassen erkennen, warum man sie auch die “Stadt des Regenbogens” nennt.

prince-rupert-50101_1280


coastal-1675097_1920

canada-1839022_1920