Marine Ökoregion Golf von Kalifornien

Der Golf von Kalifornien (auch Cortes-See) (span. Mar de Cortés / Golfo de California / Mar Bermejo, engl. Gulf of California / sea of cortes) ist ein 160.000 km² großes Nebenmeer des Pazifik zwischen Mexiko und der Halbinsel Niederkalifornien. Er ist etwa 1100 Kilometer lang und 90 bis 230 Kilometer breit. Im Norden befindet sich das Mündungsdelta des Colorado River. Die zwei größeren Inseln des Golfes sind ebenfalls im nördlichen Teil zu finden: die Isla Ángel de la Guarda sowie die Isla Tiburón. Die Region des Golfes liegt in einer aktiven tektonischen Verwerfungszone, die unter anderem die Caldera Aguajito schuf.

→Golf von Kalifornien

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Marine Fauna:

Der kleine Meeresteil ist die Heimat eines einzigartigen und reichen Ökosystems. Außer einer großen Vielfalt endemischer Tiere und Pflanzen sind hier viele wandernde Tierarten wie der Buckelwal, der Kalifornische Grauwal, der Mantarochen, Bogenstirn-Hammerhai und die Lederschildkröte zu finden. Im Golf von Kalifornien lebt eine Subpopulation Finnwale, die keine jährliche Wanderung unternimmt. Sie lebt das ganze Jahr in diesem Gebiet und stellt ihre Nahrung auf Fische um, wenn der Krill seltener wird.

Blauwal:

Der Blauwal (Balaenoptera musculus) gehört zur Familie der Furchenwale (Balaenopteridae), somit zur Unterordnung der Bartenwale (Mysticeti), zur Ordnung der Wale (Cetacea) und zur Klasse der Säugetiere (Mammalia). Er ist bis zu 33 Meter lang und mit einer Körpermasse von bis zu 200 Tonnen das größte und schwerste bekannte Tier, das auf der Erde lebt und jemals gelebt hat.

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Buckelwale:

Der Bartenwal erreicht eine Länge von 18 m und erreicht ein Gewicht von bis zu 30 Tonnen. Der Buckelwal legt weite Strecken zurück. Eine Route der Buckelwale ist die Wanderung von Hawaii nach Alaska.

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Finnwale:

Finnwale sind die zweitgrößten Wale der Erde und erreichen eine Länge von 27 m. Ausgewachsene Tiere wiegen bis zu 70 Tonnen. Der Finnwal ist sehr viel schlanker und leichter als ein gleich langer Blauwal und wiegt sogar weniger als manche kürzere Walarten wie Grönlandwal oder Pottwal. Der Finnwal schwimmt schneller und taucht tiefer als die meisten anderen Großwale. Er ist bis zu knapp 50 km/h schnell und erreicht regelmäßig Tauchtiefen von weit über 200 Metern

Grauwale:

Grauwale legen bei ihren Wanderungen größere Strecken zurück als jede andere Walart. Die ostpazifische Population zieht jedes Jahr bis zu 10.000 Kilometer durch den Pazifik. Dies ist die längste bekannte Wanderung eines Säugetiers. Die Bartenwale erreichen eine Länge von 15 m und bringen bis zu 34 Tonnen auf die Waage.

Kalifornische Schweinswale:

Der Golf von Kalifornien ist außerdem der einzige Ort der Erde, an dem die vom Aussterben bedrohten Kalifornischen Schweinswale zu finden sind. Da die Art akut vom Aussterben bedroht ist, wurde 1993 im Norden ein über 930.000 Hektar großes Schutzgebiet eingerichtet. Versuche der mexikanischen Regierung, weitere Schutzgebiete einzurichten, scheiterten bisher an den Möglichkeiten zur Durchsetzung und an politischen Meinungsverschiedenheiten: Die mehreren tausend Kilometer Küstenlinie sind nur schwer zu überwachen, und die kommerzielle Fischindustrie hat sich zu einer politisch starken Gemeinschaft zusammengeschlossen, welche kein großes Interesse daran hat, die Fischerei zu verbieten.

Bogenstirn-Hammerhaie:

Der Bogenstirn-Hammerhai oder Gekerbte Hammerhai gehört zur Familie der Hammerhaie und erreicht maximale Größen zwischen 3,7 und 4,3 Meter und ein Gewicht von mehr als 150 Kilogramm. Er ist wahrscheinlich der häufigste Hammerhai küstennaher Regionen und ist nahezu weltweit in tropischen, subtropischen und gemäßigten Regionen verbreitet. Anders als viele andere Haie bildet er große Gruppen und einige Populationen zeigen ein ausgeprägtes Wanderverhalten.

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Mantarochen:

Die Gattung der Mantarochen (Manta) gehört in der Familie der Adlerrochen (Myliobatidae) zur Unterfamilie der Teufelsrochen (Mobulinae). Sie kommt in zwei Arten weltweit in tropischen und subtropischen Meeren in Küstennähe bis zu einer Tiefe von 150 Metern vor. Die Tiere können fünf bis neun Meter lang und drei Tonnen schwer werden. Beide Arten sind ovovivipar und für den Menschen harmlos.

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Thunfische:

Thunfische (Thunnus) (auch Tunfische) bezeichnen eine Gattung großer Raubfische, die in allen tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeren vorkommt. Sie gehören zu den wichtigsten Speisefischen, sind von großer fischereiwirtschaftlicher Bedeutung. Einige der acht Arten sind inzwischen durch Überfischung gefährdet.

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Lederschildkröte:

Die Lederschildkröte (Dermochelys coriacea) ist die größte lebende Schildkröte. Die Tiere erreichen eine Panzerlänge von bis zu 2,5 Metern und ein Gewicht von beinahe 700 Kilogramm. Den Rekord hält eine Lederschildkröte, die mit einer Carapaxlänge von 256 Zentimetern und einem Gewicht von 916 Kilogramm an den Strand Hartech in Wales gespült wurde.


Fischfang und dessen Bedrohung:

In der Region war die kommerzielle Fischerei für lange Zeit eine große Einnahmequelle. Mehrere Schriftsteller berichten von Thunfischschwärmen, welche mehr als 150 Kilometer lang sein sollen. Auch zieht der Golf von Kalifornien von jeher eine große Anzahl an Sportfischern an.

Heute wird das Meer zwar noch von vielen Touristen besucht, aber aufgrund der Überfischung gehen die Fischerträge langsam zurück. Besonders betroffen ist der Fisch Totoaba.


Schutzmaßnahmen:

→Schutzgebiete des Golf von Kalifornien

2005 wurden zahlreiche Inseln und Küstenabschnitte des Golfs in die Liste des Welterbes aufgenommen.

Archipel San Lorenzo:

Vom Festland Niederkaliforniens ist er getrennt durch den Canal de Salsipuedes. Zu ihm gehören die Inseln Salsipuedes (1,029 km²), Las Ánimas (4,006 km²) und die Hauptinsel San Lorenzo. Das gesamte Gebiet ist zusammengefasst zum Nationalpark Marino Archipiélago de San Lorenzo (32,058 km²) und ist seit 2004 UNESCO-Welterbe, siehe Liste des UNESCO-Welterbes (Amerika). Die Gesamtfläche des unbewohnten Archipels beträgt 37,093 km².


Besondere Gebiete mit Marinen Leben:

Bahia de los Angeles:

Bahía de los Ángeles ist eine Bucht im mexikanischen Bundesstaat Baja California im Golf von Kalifornien. Sie liegt an der Ostseite der Halbinsel Niederkalifornien in Nordwestmexiko. Die Insel Isla Ángel de la Guarda liegt nur einige Kilometer gegenüber. Die Bucht liegt 42 Meilen östlich des Transpeninsular Highways. In der Bucht leben Delphine und Blauwale.


Parque Nacional Marino Archipiélago de San Lorenzo:

Der Nationalpark hat einmalige Ökosysteme und Habitate. Die Ökosysteme bilden wichtige Nahrungsgrundlagen für Meerestiere, Vögel und die angrenzenden menschlichen Siedlungen. Die reichhaltigen Gewässer des Golfs von Kalifornien bergen mehr als 800 Spezies von Fischen und 2000 Arten von Wirbellosen.

Bedrohte Tierarten:

Die Fauna enthält folgende bedrohte Arten: Blauwal, Buckelwal, Großer Schwertwal, Pottwal, Suppenschildkröte, Echte Karettschildkröte, Oliv-Bastardschildkröte, Totoaba. Im Archipel gibt es eine große Zahl kommerziell bedeutender Fische. Schwertfisch, Seehechte und Rundkopfdelfin sind ebenfalls häufig. Die Insel Rasa ist ein wichtiges Brutgebiet für Heermannmöwe, Schmuckseeschwalbe, Amerikanischen Austernfischer, Craverialk und Braunpelikan. Heermannmöwe und Schmuckseeschwalbe werden auf bis zu 260.000 bzw. 200.000 Individuen geschätzt, etwa 95 % ihrer gesamten Population auf der Erde.


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Bahia de los Angeles

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Felsen von San Carlos

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