Salzland

Das Salzland, südlich von Magdeburg zwischen Elbe und Hart, ist in vielfältiger Weise durch die jahrhundertlange Salzgewinnung und den Kali- und Steinsalzbergbau geprägt. Das brachte Reichtum und zahllose historische Zeugnisse mit sich. Der Salzlandkreis hat mehrere Zentren, was die Entdeckungsreise durchaus spannend macht. Das KFZ-Zeichen des Landkreises ist “SLK” oder “BBG”.

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Geographie 
  2. Klima
    1. Bernburg (Saale)
    2. Schönebeck (Elbe)
  3. Wichtigste Städte 
    1. Aschersleben
    2. Bernburg (Saale)
    3. Schönebeck (Elbe)
    4. Staßfurt
  4. Elbe-Saale-Winkel 
    1. Kulturelle Zentren
    2. Naturlandschaften und -monumente
  5. Bernburg und Umgebung
    1. Geographie
    2. Klima
    3. Geschichte
    4. Sehenswürdigkeiten
      1. Baudenkmäler
      2. Friedhöfe
    5. Umgebung
  6. Naturlandschaften und -monumente 
    1. Naturpark Unteres Saaletal
    2. Aderstedter Busch und Plötzkauer Auwald
    3. Biosphärenreservat Mittelelbe
    4. Harz und Harzvorland
    5. Magdeburger Börde
    6. Manfelder Land
  7. Ringheiligtum von Pömmelte

Geographie:

Der Salzlandkreis ist das geographische Herz von Sachsen-Anhalt. Zentrum der Kreises ist Bernburg (Saale). Von Bernburg nach Halle und Magdeburg sind es jeweils ungefähr 40 km. Das Salzland reicht von der Elbe, mit dem Biosphärenreservat Mittlere Elbe, bis zum Harz. Entlang der Saale befindet sich der Naturpark Unteres Saaletal, mit seinen einzigartigen Vegetationszonen (Steppengräser, Robinien, Auwälder, usw.) und mildem Klima.

Mit einer Flächengröße von 1.427 km² ist der Salzlandkreis der zweitkleinste Landkreis von Sachsen-Anhalt. Während im Osten die Elbe über eine Länge von 22 Kilometern die Grenze zum Nachbarkreis Anhalt-Bitterfeld bildet, liegen im Norden Teile der Stadt Schönebeck am jenseitigen Elbufer. Das Landschaftsbild ist vielfältig, der Norden wird geprägt von der ertragreichen Magdeburger Börde, und im Osten bilden Elbe und Saale eine weite Flussaue. Im Westen reicht der Landkreis bis zum Vorharzgebiet, im Süden hat die ehemalige Braunkohle- und Salzförderung ihre Spuren hinterlassen. Im Bördedorf Eickendorf liegen mit der Bodenwertzahl 100 der deutschlandweiten Bodenschätzung die ertragreichsten Landwirtschaftsflächen. Neben Elbe und Saale gehören auch die Bode und Wipperzum Flussnetz des Landkreises. Die höchste Erhebung ist der im äußersten Westen in der Nähe von Cochstedt gelegene Phillips Galgenberg mit 224 Metern. Er gehört zum Hakel, der neben dem Nachterstedter Forst und den Kiefernwäldern bei Plötzky und Pretzien eines der wenigen nennenswerten Waldgebiete des Landkreises ist. Der Landkreis hat Anteil am UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe. Hierzu gehört der mehrere Quadratkilometer große Auenwald Lödderitzer Forst.

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Bernburg mit Saale

Klima:

Der Salzlandkreis liegt im klimatischen Übergangsbereich vom westeuropäischen Atlantikklima zum osteuropäischen Kontinentalklima. Die Winter sind kalt und relativ mild, während die Sommer sehr warm sind, bzw. mitunter sehr heiß werden können. Das gesamte Gebiet liegt im Regenschatten vom Harz und gehört somit zu den trockensten Regionen Deutschlands und Mitteleuropas.

Bernburg (Saale):

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
4°C5°C10°C16°C20°C23°C27°C25°C22°C15°C9°C5°C
-1°C-1°C1°C7°C10°C14°C17°C15°C12°C7°C3°C0°C

Schönebeck (Elbe):

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
4°C5°C10°C16°C20°C23°C26°C24°C21°C15°C9°C5°C
-2°C-2°C1°C5°C8°C11°C15°C13°C10°C6°C3°C-1°C
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Das trockene Klima ermöglicht das Wachstum von Steppengräsern und Disteln, die über einen Meter hoch werden! An einigen Regionen erinnert die Landschaft wie in der Ungarischen Puszta. In den Gärten von Bernburg können ohne weiteres Paprikaschoten wachsen, ohne das diese Pflanzen Winterschutz benötigen!


Wichtigste Städte:

Aschersleben:

Aschersleben ist mit über 1250 Jahren die älteste Stadt Sachsen-Anhalts und liegt in direkter Nähe zum Harz.

Bernburg (Saale):

Die heutige Kreisstadt Bernburg ist eine der vielen Perlen in der Kette der anhaltischen Residenzen und der Saale.

Schönebeck (Elbe):

Schönebeck an der Elbe liegt vor den Toren der Landeshauptstadt Magdeburg und zehrt nach dem tiefergreifenden wirtschaftlichen Wandel nach 1990 vor allem vom guten Ruf seines Stadtteils Bad Salzemen, des ältesten deutschen Soleheilbads.

Staßfurt:

Das gut 1200 Jahre alte Staßfurt ist in jeder Hinsicht von seiner Vergangenheit als Zentrum des Kalibergbaus geprägt.


Elbe-Saale-Winkel:

Östlich von Schönebeck führt der Weg, auch wunderschön per Fahrrad, in dem beschaulichen Elbe-Saale-Winekl. Das historische Elbe-Schifferdorf Glinde ist durch seine Lichtmess-Feier weithin bekannt.

Kulturelle Zentren:

  • Barby mit Ringheiligtum bei Pömmelte
  • Calbe (Saale)
  • Nienburg (Saale) mit Urzeitgräber

Naturlandschaften und -monumente:

  • Flusslandschaften und Uferzonen
  • Mündung der Saale in die Elbe
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Ringheiligtum bei Pömmelte

 


Bernburg und Umgebung:

Bernburg (Saale) ist die Kreisstadt des Salzlandkreises in der Magdeburger Bördein der Mitte Sachsen-Anhalts. Bernburg liegt an der Saale, 45 Kilometer südlich von Magdeburg und 40,2 Kilometer nördlich von Halle. Bernburg ist historisch ein Teil von Anhalt und war Residenz der Nebenlinie Anhalt-Bernburg.

Geographie:

Bernburg liegt an der Saale südlich von Magdeburg und nördlich von Halle. Seine Lage südlich der Gletschervorstöße der letzten Eiszeit (vor etwa 12.000 Jahren) mitten im Schwarzerdegebiet der Magdeburger Börde bietet landwirtschaftlich die besten Voraussetzungen. Im „Gletschergarten“ am Stadtrand befinden sich noch riesige Gesteinsplatten mit eiszeitlichen Schrammen.

Klima:

Bernburg liegt inmitten des Mitteldeutschen Trockengebietes im Regenschatten des Harzes und ist dem Klimaraum des östlichen Harzvorlandes zugeordnet, dem trockensten Gebiet Deutschlands. Die durchschnittliche Lufttemperatur in Bernburg beträgt über 10 °C, der jährliche Niederschlag 469 Millimeter.

Geschichte:

Bernburg ist namengebender Fundort für Siedlungsbelege der Bernburger Kultur, einer Untergruppe der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur. Im Hochmittelalter und der frühen Neuzeit herrschten hier viele Adelsgeschlechter. Die bekannten waren die Askanier.

Sehenswürdigkeiten:

Die Baudenkmäler der Stadt sind im Bernburger Denkmalverzeichnis eingetragen.

  • Schloss Bernburg mit Burgterrasse, Bärenzwinger und Eulenspiegelturm
  • Altstadt, Carl-Maria-von-Weber-Theater, Flutbrücke, Hasenturm, Märchengarten, Rathaus Bernburgmit der Bernburger Blumenuhr und das Rathaus Bernburg II, der Stadtpark „Alte Bibel“, Tiergarten, Wasserwerk
  • Capitol Bernburg, denkmalgeschütztes Kino im Stil des art déco
  • Kurhaus, 1902 für das “Soolbad Bernburg” errichtet (“Deutschlands stärkste Soole”)
  • Keßlerturm, ein 1913 errichteter 26 m hoher Aussichtsturm am Friedrichshang
  • Gedenkstätte Bernburg für Opfer der NS-Euthanasie in der ehemaligen NS-Tötungsanstalt Bernburg, in der früheren Landes-Heil- und Pflegeanstalt Bernburg bzw. dem heutigen Landeskrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie
  • Denkmal vor der Grundschule Johann Wolfgang von Goethe (zu DDR-Zeiten POS Olga Benario) in der Waisenhausstraße für die einstige Namensgeberin von Schule und Straße
  • Kloster der Marienknechte

Auch viele Kirchen und kirchliche Gebäude befinden sich im Stadtgebiet:

  • Die Dorfkirche St. Stephani im Stadtteil Waldau (12. Jahrhundert, erste Erwähnung 964) ist die älteste ihrer Art in Sachsen-Anhalt und Teil der Straße der Romanik.
  • „Neue“-Kirche St. Stephani im Stadtteil Waldau (wird auch als „Rote Kirche“ bezeichnet)
  • Dorfkirche St. Stephan im Stadtteil Dröbel
  • Marienkirche, in der Bernburger Altstadt, gotisch, 13. Jahrhundert, mit Büsten aus der Schule des Conrad von Einbeck
  • Nikolaikirche in der Bernburger Neustadt
  • Schlosskirche Bernburg St. Aegidien, auf dem Schlossberg Bernburg, Barock, mit Fürstengruft
  • Neuapostolische Kirche
  • Martinskirche
  • St. Bonifatius, in der Bergstadt Bernburg, katholisch (Mitte 19. Jahrhundert)
  • St. Petri im Stadtteil Gröna
  • Baalberger Dorfkirche St. Nicolai
  • Biendorfer Dorfkirche
  • Leauer Dorfkirche St. Wolfgangs
  • Peißner Dorfkirche St. Wenzels
  • Poleyer Dorfkirche St. Cyriacus
  • Preußlitzer Dorfkirche
  • Wohlsdorfer Dorfkirche

Friedhöfe:

  • Erster Friedhof in Bernburg (Saale) ist Friedhof I: „Alte Bibel“, so genannt wegen der Bibelsprüche auf jedem Grabstein. Jetzt Park, Grabtafel an der Mauer und das Grabmal der Familie Keßler mit Standbild
  • Ehrenanlagen auf den Friedhöfen II und III für Zwangsarbeiter verschiedener Nationalitäten, die in den Solvay-Werken Opfer der NS-Zwangsarbeit wurden
  • Gedenkstätte an der Südmauer des Friedhofs III mit der Asche von 80 bei der T4-AktionErmordeten
  • Sowjetischer Ehrenfriedhof am Martinsplatz (zu DDR-Zeiten Platz der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft) für 665 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion, Polen und Frankreich
  • Grab des Kabarettisten Peter Pan auf dem Friedhof III.
  • Israelitischer Friedhof
  • Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof II für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges

Umgebung:

In der Umgebung von Bernburg befinden sich weite Flusslandschaften und Auwälder. Bekannt ist das Schloss von Plötzkau. Unmittelbar bei Bernburg befindet sich der Naturpark Unteres Saaletal. Von der Schlossterrasse erblickt man Richtung Harz einen riesigen Windpark.

Bernburg

Gletschergarten


Naturlandschaften und -monumente:

Naturpark Unteres Saaletal:

Der Naturpark Unteres Saaletal ist ein Naturpark in Sachsen-Anhalt. Er erstreckt sich entlang der Saale von Halle (Saale) bis Nienburg (Saale) und ist durch eiszeitliche Ablagerungen geprägt. Der Naturpark ist relativ regenarm, so dass sich charakteristische Pflanzengemeinschaften gebildet haben. Landschaftliche Besonderheiten sind die Porphyrkuppenlandschaft, die Mansfelder Mulde, der Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke sowie das Fuhnetal.

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Blick auf den Auwald des Naturparks

Aderstedter Busch und Plötzkauer Auwald: 

Beide Landschaften gehören zum Naturpark Unteres Saaletal. Der Aderstedter Busch wird durch sumpfähnliche Flusslandschaft geprägt mit abgestorbenen Bäumen und abgeschnittenen Flussarmen, während der Plötzkauer Auwald ein weitläufiges Waldgebiet ist.

Biosphärenreservat Mittelelbe:

Es befindet sich im Bundesland Sachsen-Anhalt und erstreckt sich entlang der Elbe zwischen Lutherstadt Wittenberg im Osten über Dessau-Roßlau und Magdeburg bis nach Seehausen im Norden sowie der Mulde.

  • Artenreichtum (unter anderem)
    • über 1000 Pflanzenarten
    • 250 Vogelarten
    • 130 Bienenarten
    • 50 Libellenarten
    • Referenzstelle für Biberschutz (Elbebiber)

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Harz und Harzvorland:

Im Süden reicht der Landkreis bis zum Harz. Der höchste Berg ist der Brocken (1141 m) und ist zugleich die höchste Erhebung Mittel- und Norddeutschlands. Im Harz ranken sich Sagen und Legenden über mystische Wesen, wie Hexen, Zwergen und dem Riesen Rübezahl.

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Harzvorland

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Der Harz bei Wernigerode, im Hintergrund der Brocken

Magdeburger Börde:

Die Magdeburger Börde bildet die zentrale Landschaft des Landes Sachsen-Anhalt und ist Teil der Planungsregion Elbe-Börde-Heide um die namensgebende Landeshauptstadt Magdeburg. Sie zeichnet sich durch sehr fruchtbare Böden aus.

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Mansfelder Land:

Das Mansfelder Land umfasst im Westen und Nordwesten die östlichen Ausläufer des Harzes und wird im östlichen Teil durch die Saale begrenzt. Nördlich und südlich bilden die Landgemeinden der beiden ehemaligen Kreisstädte Eisleben und Hettstedt die Grenze, während von Südwesten bis Westen Sangerhausen und die Stadt Mansfeld das Mansfelder Land begrenzen.

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Hinter den Baumwipfeln erstreckt sich das Mansfelder Land

 


Ringheiligtum von Pömmelte:

Die Kreisgrabenanlage von Pömmelte in Zackmünde, einem Ortsteil der Stadt Barby im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt ist ein ritueller Ort, der auf das Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. datiert wird. Sie wurde ebenso wie die Kreisgrabenanlage von Schönebeck (im Salzlandkreis) durch Flugprospektion entdeckt. 2005/2006 fanden geomagnetische Untersuchungen statt, die die Luftbildstrukturen bestätigten und weitere Ringanlagen, eine kleinere Kreisgrabenanlage, die von der großen überlagert wird, sowie eine Reihe von Gruben erbrachte. Die Kreisgrabenanlage von Pömmelte-Zackmünde ist ein komplexer Ritualort, an dem vielfältige religiöse Handlungen ausgeübt wurden. Seit Dezember 2015 trägt die Anlage den Namen „Ringheiligtum Pömmelte“.

Die Gesamtanlage hat einen Durchmesser von etwa 115 m, wobei der Kreisgraben, bei dem es sich um einen Kultplatz vom Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. handelt, der bereits als „Klein-Stonehenge“ bezeichnet wird, einen Durchmesser von etwa 80 m aufweist.

Im Kreisgraben fanden sich unregelmäßig verteilt so genannte Schachtgruben, die vermutlich einen röhren- oder zylinderförmigen Innenausbau aufwiesen, der möglicherweise aus Korbgeflecht bestand. In der Regel wurden die Schachtgruben bald nach ihrem Ausheben, nachdem man im Rahmen ritueller Handlungen Gegenstände in ihnen deponiert hatte, verfüllt. Am Grund der Gruben fanden sich vor allem scheinbar vollständig in die Gruben verbrachte Keramikgefäße aus der Übergangszeit des Neolithikums zur Bronzezeit. Zu den gefundenen Gegenständen zählen Steinbeile und Tierknochen sowie menschliche Knochen. In einer Grube wurden zwei menschliche Schädel entdeckt. Nachdeponierungen auf der Höhe des Kreisgrabens sprechen für eine längere bzw. mehrmalige Nutzung der Schachtgruben. In der Kreisgrabenanlage von Pömmelte-Zackmünde fanden über einen längeren Zeitraum Rituale statt, die die Deponierung menschlicher Körperteile, vor allem von Schädeln, aber auch von Nahrung und Werkzeugen beinhalteten. Verschiedene dokumentierte Brandschichten deuten darauf hin, dass Feuer bei den Ritualen eine Rolle spielte. Eine Reihe von Bestattungen steht in engem zeitlichen und räumlichen Bezug zur Kreisgrabenanlage, die neben den rituellen Deponierungen offenbar auch dem Totenkult diente.

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