Kachetien

Die östlichste Provinz Georgiens bildet einen Korridor, durch den schon die Karawanen aus dem Osten auf dem Weg zum Schwarzen Meer und zurück zogen.

Kachetien war auch stets die erste Provinz, deren Weingärten, Felder und Bewohner fremder Kriegsscharen Beute wurden.

Man sagt, die Kachetiner schöpfen ihre Lebenskraft und Philosophie aus den Böden, die sie bearbeiten und die Gastfreundlichkeit, mit der sie dem Fremden begegnen, aus den Tiefen ihrer Seele.

Beide Täler sind die fruchtbarsten Regionen Georgiens und gelten deshalb seit Urzeiten als der Brot- und Weinkeller, man könnte ergänzen, auch als die Fleischerei des Landes.


Lage und Landschaft:

Das Relief von Kachexien fällt in zwei Tälern nach Osten hin zur aserbaidschanischen Grenze ab, die das bergige Georgien von der Tiefebene am Kaspischen Meer trennt. Das Gebirge, das die beiden Täler von einander scheidet, ist der auf über 2000 m ansteigende Gombori-Bergrücken. Das Alasani-Tal zwischen den Ausläufern des Großen Kaukasus und den Gombori-Bergen wird auch als Schilda-Kachetien (Inneres Kachetien) bezeichnet, das Iori-Tal südlich des Gomborigebirges bis zu den Höhenzügen des Kleinen Kaukasus, wo es am Armenien grenzt, nennt man Gare-Kachetien (Äußeres Kachetien).


Kulturelle Zentren:

Ninozminda:

Diese Kirchenruine ist für die Georgier eines der sakralsten Heiligtümer. Von den architektonischen Besonderheiten Ninozmindas war bereits im Kapitel über die georgische Architektur die Rede. Die Rekonstruktionen stammen aus dem 10. und 11. Jahrhundert.

Manawi:

Das Dorf war eine Residenz der kachetinischen Könige. Auf den Hügel stehen zwei Festungen, diese erheben sich aus den Weinfeldern.

Bodbe:

Das Frauenkloster Bodbe ist eines der berühmtesten Kloster des Landes. Die kleine Kapelle hinter der Kirchenruine ist der heiligen Nino geweiht, diese ist dort begraben und ihre Ikone hängt über der Eingangstür.

Signagi:

Dieses Städtchen an der Grenze zwischen den Inneren und dem Äußeren Kachetien liegt in Terrassen an den Hängen eines Berges, der sich wie ein Schiffsrumpf aus der Ebene hebt. Besonders sehenswert:

  • Mauer mit 28 Türmen
  • Ethnographisches Museum
  • Manufakturen für Teppiche und Keramik
  • Museum für den Komponisten Sandor Mirianaschwili

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Kachetinische Weinstraße:

Das riesige Weinzentrum Kachetiens und Georgiens. Es gibt beinahe kein Haus, wo keine Weinreben wachsen. Die beste Reisezeit für eine Reise in diesen Teil Kachetiens ist der hebst, wenn ab der zweiten Septemberhälfte die Weinernte beginnt und in den Dörfern die Feste des Weines, Rtweli, mit der Verkostung des noch jungen Rebensaftes gefeiert werden. Städte und Orte an der Weinstraße:

  • Gurdshaani; Nato-Watschnade-Haus, Macharaschwili-Denkmal, Allerheiligen-Kirche
  • Zinandali; Tschawtschawads-Museum

Telawi:

Telawi ist heute Hauptstadt Kachetiens. Ihr Ursprünge gehen auf mehr als 1000 Jahre v. Chr. zurück, von ihrer Existenz wissen sowohl griechische als auch römische Quellen zu berichten. Die Stadt war Residenz der kachetinischen Könige. Besonders sehenswert:

  • Museum für Geschichte und Ethnographie

In der Umgebung wachsen Maulbeerbäumen und im Stadtgebiet Plantagen, die einen Stammumfang von 20 m erreichen können.

Ikalto:

Das schöne Kloster aus dem 6. Jahrhundert liegt in der Umgebung von Telawi. Kirchen:

  • Chirsti-Verkläurngs-Kirche
  • Dreifaltigkeitsbasilika
  • Allerhiligen-Kapelle

Ikalto liegt an einem den nördlichen Hänge des Gomborigebirges und man hat von seiner Höhe einen herrlichen Blick auf das Alasani-Tal und die sich an seiner gegenüberliegenden Seite in die Höhe reckenden Gipfelketten des Großen Kaukasus.

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Schumata:

Die Klosteranlage liegt hoch in den Bergen. Der Ort teilt sich in Alt-Schuamta und Neu-Schuamanta. In Alt-Schumata befinden sich Kirchen und die Geschichte geht auf das Wirken 13 syrischer Prediger zurück.

Alawerdi:

Die Stadt liegt in der im Sommer flirrende Ebene liegen wichtige Sakralbauten Georgiens.

Bekannt ist die Georgskirche. Ihr 51 m hoher Turm, ist nicht nur der höchste der georgischen Kirchenbauten, sondern auch der in seiner Promotionen feingliederigste. Erbaut wurde sie im 11. und 12. Jahrhundert.

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Gremi:

Gremi war die eigentliche Hauptstadt Kachetiens. Eine Stadt jenseits des Alasani-Tals, zu Füßen des Kaukasus. Besonders sehenswert:

  • Festung

Nekresi:

Höher noch als Gremi gelegen ist das Kloster Nekresi. Die Basilika stammt aus dem 4. Jahrhundert und ist eine der ältesten Kirchenbauten in Georgien. Weitere Sehenswürdigkeiten:

  • Ruinen einer Dreikonchen-Basilika
  • Wehrturm

Kloster Dawit Garedscha:

Dawit Garedscha  ist ein georgisch-orthodoxes Kloster im Osten Georgiens. Es liegt am Berg Udabnoin der Region Kachetien, unmittelbar an der Grenze zu Aserbaidschan. Das älteste Kloster Georgiens steht auf der Vorschlagsliste zum UNESCO-Welterbe.

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Naturlandschaften und -monumente:

Lagodechi-Naitonalpark:

Der Lagodechi-Nationalpark ist ein Nationalpark in der Region Kachetien im Osten Georgiens. Er liegt auf 300 bis 3000 m Höhe im Großen Kaukasus, imDreiländereck Georgien, Russland, Aserbaidschan. Der Park wurde in die UNESCO-Liste der Naturdenkmäler aufgenommen.

Der Park gliedert sich in verschiedene Vegetationszonen: Die Vegetationszonen bis einschließlich der subalpinen zwischen 300 und fast 2500 m Höhe über dem Meeresspiegel werden von eiszeitlichen Seen, Schwefelquellen und dichten Laubwäldernmit Eulen, Wanderfalken, Ture, Wölfen, Luchsen und Braunbären geprägt. In der alpinen Zone von 2.500 bis fast 3500 m dominieren Steppen mit alpinen Kräutern. Dort sindGämsen, Steinadler und Bartgeier zu Hause. Größter See des Nationalparks ist derSchawiklde-See mit 14 Metern Tiefe und einer Fläche von 21 Hektar. Nahe der aserbaidschanischen Grenze, in der Mazimi-Schlucht, liegt die mittelalterliche Tamara-Festung (auch Matschi-Festung).

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Halbwüste Garedscha (Garedja):

Eine der trockenste Regionen Georgiens. Die Landschaft wird durch karge Steppen gezeichnet.

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Alasani-Tal:

Fruchtbare Region in Kachetien. Der Fluss Alasani durchfliesst das Tal und mäandert in seinem Lauf.

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Waschlowani-Nationalpark:

Der Waschlowani-Nationalpark ist ein Nationalpark in der Region Kachetien im Osten Georgiens, südöstlich der Stadt Dedopliszqaro.Daneben gibt es auch lichte Wälder und Buschgebiete. Bereits 1935 wurde ein Reservat eingerichtet, das 2003 erweitert wurde, wobei gleichzeitig der Waschlowani-Nationalpark mit einer Gesamtfläche von über 251 Quadratkilometern entstand.

Nachdem im Jahr 2003 erstmals die Fährte eines Kaukasischen Leoparden entdeckt wurde, konnte im folgenden Jahr erstmals ein Leopard im Nationalparkgebiet mit einer Kamerafalle aufgenommen werden. Zu den insgesamt 46 Säugetierarten zählen auch Goldschakale, Rotfüchse, Wölfe, Luchse, Braunbären, Rohrkatzen und Stachelschweine.

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Iori-Tal:

Das zweite fruchtbare Tal Kachetiens.

Gombori-Bergrücken:

2000 m hohe Wasserscheide zwischen den Iori-Tal und dem Alasani-Tal.

Jandari-See:

See in Geogrien und Aserbaidschan. Liegt in den weiten Steppenebenen.


Klima:

Hinsichtlich des Klimas unterscheiden sich die beiden Provinzen erheblich voneinander. Das etwa 150 km lange Alasani-Tal erfreut sich reicher Niederschläge und geringer Schwankungen der Tages- und Nachtemperatur, was für den Anbau von Wein und Früchten und für die Schafzucht geradezu präsentiert. Jedoch bringen die bis zu 4000 m aussteigenden Berge des Kaukasus im Norden einen erheblichen Nachteil: den Hagel, der in manchen Jahren größte Teile der Ernte zerstört.

Der Iori durchfliesst die gleichnamige Hochebene, über das die trockenen Süd- und Ostwinde aus den aserbaidschanischen und armenischen Steppen wehen. Im Sommer ist es hier heißer und trockner, die Niederschläge fallen seltener und die Winter sind oft schneelos. Das Mori-Tal bietet beste Voraussetzungen für den Anbau von Getreide und die Schafzucht.

Das Wetter im Lagodechi-Nationalpark variiert zwischen feucht-subtropisch in niederen Lagen und gemäßigter Witterung in höheren. Die Sommer sind warm mit durchschnittlich 20 bis 23 °C im Juli, die Winter mild, aber schneereich mit 0 bis -4 °C im Januar. Der durchschnittliche Niederschlag beträgt 1.070 mm pro Jahr, die relative Luftfeuchtigkeit 75 bis 80 %.

Sonnenstunden:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
4 h4 h7 h7 h8 h10 h11 h11 h10 h8 h7 h4 h

Klimatabellen:

Lagodechi:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
5°C6°C11°C18°C22°C27°C30°C29°C25°C18°C12°C7°C
-3°C-2°C2°C7°C12°C15°C19°C18°C15°C9°C4°C0°C

Telawi:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
4°C9°C15°C19°C24°C28°C32°C32°C26°C20°C12°C5°C
-4°C-1°C2°C6°C10°C14°C17°C17°C12°C8°C2°C-2°C

Waschlowani-Nationalpark:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
8°C9°C12°C20°C25°C30°C35°C33°C26°C23°C13°C8°C
-1°C-1°C2°C7°C12°C16°C20°C19°C15°C9°C5°C-1°C

Der Elbrus (5642 m) liegt zwar in Georgien, gehört aber nicht zur Region Kachetien. Dennoch liegt die Region im Großen Kaukasus

Der Elbrus (5642 m) liegt zwar in Russland ist aber die Höchste Erhebung des Kaukasus. 


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https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ikalto-2008-01.jpg/Håkan Henriksson

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alaverdi_(4).jpg/Nino Ozbetelashvili

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:David_Gareja_monastery_complex.jpg/Paata Vardanashvili

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lagodekhi.Waterfall_panoramic_view_(Photo_by_Joar_Wandborg,_2011).jpg/ Joar Wandborg

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gareja_(1).jpg/Nino Ozbetelashvili

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alazani_River_2.jpg/Amo Jazzme

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/77/Vashlovani_Reserve,_Georgia.jpg