Der Harz von Sachsen-Anhalt

Tief eingeschnittene Täler zwischen bizarr verwitterten Felsformationen, wilde Flussläufe und der Gipfel des Brokens, das ist der Harz. Wie eine Insel erhebt sich diese Mittelgebirge aus dem Tiefland. Ausgedehnte Laub- und Nadelwälder wechseln sich ab mit Bergwiesen und Wasserfällen. Besondere Anziehungspunkte der Region sind Tropfsteinhöhlen und kulturhistorische Sehenswürdigkeiten.


Kulturelle Zentren:

Osterwieck:

In der bedeutendste Kleinstadt der Region steht der gesamte historische Stadtkern unter Denkmalschutz. Fachwerkhäusern aus verschiedenen Epochen findet man in der Neukirchen-, Nikolai-, Mittel- und Kapellenstraße. Besonders prachtvoll ist der Gasthof „Zur Tanne“ von 1614 in der Rosmarinstraße. Überragt wird das Städtchen von 53 m hohen Turmpaar der Stephanikirche, in deren Innenraum neben Kanzel (1570 und Chorgestühl (1620) vor allem die Friese aus Pflanzenmotiven und der Wappen in den Arkadenbögen sehenswert sind.

Ilsenburg:

Berühmt wurde der Ort durch die „Harzreise“ von Heinrich Heine, aber auch durch den Metallguss, über dessen Tradition ein Hüttenmuseum informiert. Verträumt liegen an einem Steilabfall zur Ilse das neugotische Schloss und der spätromanische Ost- und Südflügeln des einstigen Klosters samt Kirche (11. Jahrhundert).

Drübeck:

Die hiesige Klosterkirche wurde bereits in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. 1004 als „moderne“ Kirche erwähnt. Das wichtigste romantische Baudenkmal nördlich des Harzes geht auf eine Missionsgründung des Klosters Corvey im 10. Jahrhundert zurück.

Kloster Huysburg:

Wo sich Höhenrücken von Fallstein, Huy und Hakel am Rande des Harzes entlangziehen, ragen die bedien spitzen Türme der KRiche von Kloster Huysburg auf. Im 11. Jahrhundert begonnen, ist sie ein seltenes Zeugnis der Architektur des Übergangs von Früh- und Hochromanik. Heute lebt ein kleiner Konvent von Benediktinermönchen hier.

Halberstadt:

Seit dem Mittelalter neben Goslar mächtigste Stadt der nördlichen Harzregion und Sitz eines Bistums der Erzdiözese Mainz, verfügt Halberstadt mit dem Dom St. Stephanus und St. Situs über eines der bedeutendsten Bauwerke der Gotik. Besonders sehenswert ist der reiche Domschatz, eine Sammlung künstlerischer und kunstgewerblicher Kostbarkeiten des Mittelalters. Ebenbürtig auch die monumentale Triumphkreuzgruppe (um 1220) auf einem Balken über dem Lettner. In der Liebfrauenkirche beeindrucken die weithin berühmten Stuckreliefs der Chorschranken (13. Jahrhundert). In der Altstadt finden sich zahlreiche Fachwerkbauten, von der Gotik zum Klassizismus.

Burg Regenstein:

Auf einem 75 m hohen schroffen Sandsteinmassiv blieben nur noch Reste der angeblich ältesten Steinburg Deutschlands erhalten. Das heute als Freilichtmuseum genutzte Ensemble ist durchlöchert von natürlichen und künstlich in den Stein gehauenen Höhlen, die dem Sandsteinfelsen sein kurioses Aussehen gaben.

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Quedlinburg:

Rund 1300 Fachwerkhäusern, die über einen Zeitraum von 600 Jahren errichtet wurden, legen Zeugnis von der Geschichte des niedersächsischen Fachwerkbaus ab. Das Zentrum der Altstadt, seit 1995 UNESCO-Weltkulturerbe, bildet der Marktplatz mit dem Rathaus, das, im Kern spätgotisch, 1619 umgebaut wurde. Eines der schönsten spätbarocken Fachwerkhäusern ist das Gebäude der ehemaligen Ratswaage. In der Marktkriche St.Benedikti mit ihrer malerischen Turmkomposition sind zwei spätgotische Schnitzaltäre und der barocke Hochaltar sehenswert. Das dominierende Ensemble auf dem Burgberg bilden die romanische Stiftskirche St. Servatius (1129) mit Großteils erhaltener romanischer Ausmalung der Krypta (1070) sowie das Renaissanceschloss (16. bis 18. Jahrhundert) mit herrlichem Ausblick auf die Stadt.

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Thale und das Bodetal:

Wo die liebliche Landschaft des Harzrandes, lediglich von der steil aufragenden Felsformationen der Teufelsmauer unterbrochen, an die Hänge des Harzes stößt, liegt Thale. Das Gebirge sowie die bizarre Felsschlucht des Bodetals mit den Felsen der Roßtrappe und des Hexentanzplatzes bieten hier ein imposantes Panorama.

Wernigerode:

Romantische Gassen und Fachwerkhäusern aus dem Zeitraum vom 16. bis zum 19. Jahrhundert bestimmen das Erscheinungsbild der „bunten Stadt am Harz“ Wernigerode. Ihr Schmuckstück und unverwechselbares Wahrzeichen ist das über 500 Jahre alte Rathaus mit den zwei Schlanken, aus der Schaufront hervorspringenden Erkern mit spitzen Schieferhelmen und Prunkfassade. Neben der gelungene Fachwerkkonsturktion föllt an dem Gebäude besonders der figürliche Schmuck auf. Die Holzfiguren stellen vorwiegend Heilige, Handwerker und Narren dar. Eines der bekanntesten Fachwerkhäusern, das Krummelsche Haus (1674) mit fein geschnitzter Barockfassade, kann in den Breiten Straßen bewundert werden. Eine weitere Pretiose ist das Nöschenröder Amtshaus (1598) mit seinem beachtlichen Fassadenschmuck. Hoch über der Stadt thront Schloss Wernigerode mit seinen bizarren Türmen und Erkern, das im 17. und im 18. Jahrhundert im Stil des Barocks und des Historismus umgebaut wurde.

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Stolberg:

An der alten, von Braunschweig nach Erfurt führenden Handelsstraße gelegen, gehört Stolberg mit seinen gut erhaltenen Fachwerkhäusern des 15. bis 18. Jahrhunderts zu den reizvollsten Kleinstädten Sachsen-Anhalt. Von der Lutherische aus genießt man die Aussicht auf die Stadt mit der Stadtkriche St. Martini (13.-15. Jahrhundert) und dem Schloss (16. Jahrhundert). Originell ist die in den Rundturm gebaute Schlosskapelle St. Julia mit ihren Stern- und Netzgewölbe. Am Rathaus mit Fachwerkobergeschoss prangt eine Sonnenuhr von 1724. Auf dem nahen Auersberg steht das 38 Meter hohe Josephskreuz, das größte einsame Doppelkreuz der Welt.

Blankenburg:

Der Weg nach Blankenburg führt von Timmenrode aus dem schönsten Stück der Teufelsmauer entlang. Am Schnappelberg steht im hübschen  barocken Lustgarten das Kleine Schloss (1777). Zum Ensemble der insgesamt über 100 Hektar großen Schlossgärten gehören der Schlosspark, der Tier- und Berggarten.


Naturlandschaften und -monumente:

Brocken:

Während die Städte am Harzrand meist schon tausend Jahre oder älter sind, wurde das Harz als solcher im Mittelalter gemieden. Mit seinen undurchdringlichen Wäldern, schroffen Klippen und wolkenverhangenen Gipfeln war er umheimlich und galt als Sitz von Hexen und Unholden. Besonders traf die auf den 1142 m hohen Brocken zu. In späterer Zeit aber übt gerade das Geheimnisvolle einen unwiderstehlichen Reiz aus und wurde ein begehrtes Reiseziel. 1736 entstand auf dem kahlen Gipfel die erst Schutzhütte. Seit Goethe in seine m“Faust“ die Walpurgisnacht schilderte, wuchs der Berg den Deutschen ans Herz. Durch die Einrichtung des Nationalparks Hochhart wird der Brocken heute vor allzu erdrückende Besucherliebe geschützt.

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Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz:

Im Südosten von Sachsen-Anhalt  gelegen, ist diese Gipfelkarstlandschaft reich an Naturschönheiten. Orchideenbuchenwälder und Halbrockenrasen bieten Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna.

Kirschblüte im Südharz

Kirschblüte im Südharz

Nationalpark Harz:

Laubmsich- und Bergfichtenwälder bestimmen das Bild des knapp 25.000 Hektar umfassende Nationalparks. Vom 1142 m hohen gelegnen Brocken bieten sich herrliche Ausblicke auf Thüringer Wald und Wesergebirge. Im 1890 angelegten Brockengarten wachsen über 1500 Pflanzenarten aus allen Hochgebirgsregionen der Erde.

Teufelsmauer:

Bizarre und wuchtige Felsformation umweit von Thale.

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Region um Thale:

Das Gebirge sowie die bizarre Felsschlucht des Bodetals mit den Felsen der Roßtrappe und des Hexentanzplatzes bieten hier ein imposantes Panorama.

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Klima:

Harz:

Klimatisch hebt sich ein Gebirge durch geringere Temperaturen und größere Niederschläge von den Randlandschaften ab. Regelmäßige Niederschläge während des ganzen Jahres prägen den Mittelgebirgscharakter des Harzes. Regenreichen atlantischen Westwinden frei ausgesetzt, fallen auf der Luv-Seite bis zu 1.600 mm Regen im Jahr (Westharz, Oberharz, Hochharz), hingegen fallen, gebirgstypisch, auf derLee-Seite durchschnittlich nur 600 mm Niederschlag im Jahr (Ostharz, Unterharz, Östliche Harzabdachung).

Umland:

Der Harz bildet den extremen Regenschatten der bis in das sächsische Leipzig reicht.

Klimatabellen:

Wernigerode:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
4°C5°C9°C14°C18°C21°C24°C24°C19°C14°C9°C5°C
-2°C-1°C1°C4°C8°C11°C14°C13°C10°C6°C4°C0°C

Brocken:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
-2°C-2°C0°C4°C9°C12°C13°C14°C11°C7°C2°C-1°C
-6°C-6°C-5°C-1°C3°C6°C8°C8°C6°C2°C3°C-5°C

Wetterextreme:

Regenschatten des Harzes:

Niederschlagsdiagramm Bernburg (Saale):

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
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Niederschlagsdiagramm Leipzig:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
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Hexentanzplatz im Bodetal

Hexentanzplatz im Bodetal

Talsperre Ecker mit Brocken

Talsperre Ecker mit Brocken

Fachwerk in Stolberg

Fachwerk in Stolberg

Blankenburg

Blankenburg

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