Biodiversitäts-Hotspots der Erde

Als Biodiversitäts-Hotspots werden Regionen der Erde bezeichnet, in denen eine große Zahl an endemischen Pflanzen- und Tierarten vorkommt und deren Natur in besonderem Maße bedroht ist.

Afrika:

Cape Floristic Region:

In dieser Region kommt die besondere Kapflora der südafrikanischen Kapküste vor. Sie ist das kleinste der Florenreiche, im Verhältnis zur Fläche stellt die Kapregion jedoch das artenreichste dar. Sie zieht jedes Jahr zahlreiche Botaniker und Pflanzenfreunde aus der ganzen Welt an.

Coastal Forests of Eastern Africa:

Die Küstenwälder Ostafrikas (Coastal Forests of Eastern Africa) sind einebiogeographische Region und einer der Biodiversitäts-Hotspots auf demafrikanischen Kontinent. Die Wälder ziehen sich in einem schmalen Band entlang der Küste des Indischen Ozeans von Süd-Somalia im Norden entlang der KüsteKenias und Tansanias zur Mündung des Limpopo-Flusses in Süd-Mosambik.

Der WWF teilt die Region in zwei WWF-Ökoregionen auf:

  • Northern Zanzibar-Inhambane coastal forest mosaic, das von Süd-Somalia, entlang der Kenianischen Küste nach Süd-Tansania verläuft und die InselnSansibar und Pemba beinhaltet.
  • Southern Zanzibar-Inhambane coastal forest mosaic, das sich von Süd-Tansania entlang der Mosambikanischen Küste an bis an die Mündung des Limpopo erstreckt.

Guinean Forests of West Africa (Guineischer Wald Westafrikas):

Der Guineische Wald Westafrikas (Guinean Forests of West Africa) ist eine biogeographische Region und Biodiversitäts-Hotspot. Die Region umfasst eine tropische Laubwälder entlang der Küste Westafrikas, von Sierra Leone und Guinea im Westen zum Sanaga-Fluss in Kamerun im Osten. Die Dahomey Gap, ein Gebiet aus Savannen und trockenen Wäldern in Togo und Benin, trennt den Guineischen Wald Westafrikas in den Upper Guinean forest und den Lower Guinean forest.

Horn von Afrika:

Horn von Afrika bezeichnet den östlichsten Teil des afrikanischen Kontinents, der keilförmig in den Indischen Ozean ragt und an seiner Nordseite den Golf von Aden einschließt.

Das Horn von Afrika ist einer von nur zwei Biodiversitäts-Hotspots im ariden Bereich der Erde. Die Region leidet vor allem an zu hohem Beweidungsdruck („overgrazing“), was zu einem großen Habitat-Verlust führte. Nur noch fünf Prozent sind von dem ursprünglichen Ökosystem erhalten geblieben. Im Sokotra-Archipel sind die Fischerei und die zunehmende Versiegelung der Landschaft ein großes Problem.

Madagaskar und die Insel des Indischen Ozeans:

Madagaskar zählt zu den „älteren Inseln“. So werden Inseln bezeichnet, die seit einem langen geologischen Zeitraum vom Festland getrennt sind. Hier kommen oft Tier- und Pflanzenarten vor, die nirgendwo sonst auf der Erde zu finden sind. Von den etwa 12.000 Arten von Blütenpflanzen und den 109 Säugetierarten sind jeweils 80 Prozent, von den 250 Vogelarten rund die Hälfte, von den 260 Reptilienarten 95 Prozent und von den 150 Froscharten alle endemisch. Diese einzigartige Pflanzen- und Tierwelt ist auf Madagaskar besonders bedroht.

Maputaland-Pondoland-Albany:

Maputaland-Pondoland-Albany ist eine biogeographische Zone Südwestafrikasüber dem Great Escarpment. Das Gebiet erstreckt sich vom Albany Centre of Plant Endemism (wörtlich: „Zentrum des Pflanzen-Endemismus Albany“) im Osten derKapprovinz in Südafrika durchs Pondoland Centre of Plant Endemism und die Provinz KwaZulu-Natal, die Ostseite von Swasiland und in den Süden Mosambiksund nach Mpumalanga. Das Maputaland Centre of Plant Endemism wird im Norden begrenzt durch KwaZulu-Natal und im Süden von Mosambik.
Maputaland-Pondoland-Albany beherbergt weite Flächen an gemäßigten Wälder, in denen annähernd 600 verschiedene Baumarten vorkommen. Damit ist die Region einmalig, da nirgends anders auf der Welt soviele verschiedene Baumarten gebündelt sind. Die bekannten Paradiesvogelblumen in dem Gebiet sind typische Beispiel für den Pflanzendemismus der Region. 

Succulent Karoo:

Die Karoo (auch Karroo, früher Karru; Khoisan fürHalbwüste) ist eine Halbwüstenlandschaft in den Hochebenen des Landes Südafrika, nördlich derGroßen Randstufe und im südlichen Namibia. Unterschieden werden Kleine Karoo, Große Karoo und Obere Karoo sowie Sukkulenten-Karoo und Nama-Karoo. Mit einer Ausdehnung von 500.000 km² umfasst die Karoo fast ein Drittel des Territoriums der Republik Südafrika. Die Region des Sukkulenten-Karoo gehört zu den Biodiversitäts-Hotspots der Erde und wird u. a. im Rahmen von BIOTA AFRICAsystematisch kartiert.

Asien-Pazifik:

East Melanesian Islands:

Die Region zählt zu den Biodiversitäts-Hotspots und ist eine derGlobal-200-Ökoregionen. Sie umfasst den Bismarck-Archipel(einschließlich der Admiralitätsinseln) mit den Hauptinseln Neubritannien und Neuirland, die Salomon-Inseln, die Neuen Hebriden und die Banks- und Torres-Inseln. Insgesamt handelt es sich um rund 1600 Inseln. Politisch umfasst das Gebiet den östlichen Teil Papua-Neuguineas, die Salomonen und Vanuatu.

Ost-Himalaya:

Der östliche Teil des Himalaya wurde zu den Hotspots registriert.

Indo-Burma:

Entlang der Südwestküste erstrecken sich Sumpfgebiete, dahinter liegt das Arakan-Joma-Gebirge mit bis zu 3000 mhohen Bergen. Das Kachin-Bergland, ein südlicher Ausläufer des Himalaya, liegt im Norden, und an der Grenze Myanmar–Indien–China liegt der Hkakabo Razi. Mit seinen 5881 m ist er der höchste Berg Südostasiens. In der Mitte des Landes, entlang dem Irrawaddy, liegt Zentralmyanmar mit seinen fruchtbaren Böden. Die bedeutendsten Flüsse neben dem Irrawaddy sind Thanlwin, Sittaung, Chindwin und Mekong. Vor der Küste bildet eine abgesunkene Gebirgslandschaft rund 800 Inseln. 40 % der Fläche werden von Primärwald bedeckt, wobei die Waldfläche jährlich um 1,2 % abnimmt.

Japan:

Der Japanische Archipel erstreckt sich in einem langen Bogen von Norden (45. Breitengrad, Hokkaidō) nach Süden (20. Breitengrad, Okinotorishima). Im Inland finden sich eine Reihe Gebirgsketten, die die Baumgrenze überschreiten, außerdem gehört zu Japan eine größere Zone im Ostpazifik. Verglichen mit der Enge des Lebensraums, findet sich in Japan eine Vielzahl von Arten. Durch die Position als vorgelagerte Inselgruppe hat sich eine zwar mit „Kontinentalasien“ verwandte, aber eigenständige Flora und Fauna entwickelt. Besonders erwähnt seien hier die Ogasawara-Inseln (auch:Bonin-Inseln), 1000 km südöstlich von Tōkyō, die wegen ihrer endemischen Spezies oft mit den Galapagos-Inselnverglichen werden.

Japan liegt am Schnittpunkt von drei Ökoregionen. Die Hauptinseln und die nahegelegenen Nachbarinseln sind Teil derPaläarktischen Florenregion. Die Ryūkyū-Inseln sind Teil der Indomalaiischen Region, während die Ogasawara-Inseln zuOzeanien gerechnet werden.

 

Gebirgsketten von Südwest-China:

Das Hochland, das etwa 4000 bis 5500 Meter Höhe über dem Meeresspiegel liegt und rund 2 Millionen km² groß ist, wird im Norden von den Wüsten desTarimbeckens und Qaidam-Beckens begrenzt, im Süden und Westen von den Gebirgen Himalaya, Karakorum und Pamir. Obwohl der höchste Gipfel nur 7010 Meter hoch ist, ist die Ebene das höchste Plateau der Welt. Hier finden sich zahlreiche Salzseen in den Schluchten wie den Tilicho Lake, der auf 4920 Metern liegt und damit einer der höchstgelegenen Seen der Welt ist, des Weiteren weite Steppen, dichte Wälder und Wüsten. Diese Naturräume bieten vielen Tieren – darunter auch gefährdeten – Schutz, so etwa Yaks, Saigaantilopen, Asiatischen Schwarzbären, Schafen und Kiangs.

 

Neukaledonien:

Die Flora und Fauna Neukaledoniens weisen einen sehr hohen Grad an Endemismus auf. Viele Arten sind bedroht oder sogar schon ausgestorben, etwa die gehörnte Riesenschildkröte Meiolania platiceps, das terrestrische KrokodilMekosuchus inexpectatus oder der große flugunfähige Vogel Sylviornis neocaledoniae. Die nicht wirksam genug bekämpften Buschfeuer spielen dabei eine wichtige Rolle.

Neuseeland:

Der überwiegende Teil Neuseelands besteht aus Gebirgs- und Hügellandschaften. Größere Ebenen befinden sich mit denCanterbury Plains und den Southland Plains lediglich in der Mitte und im Süden der Südinsel und mit den Waikato Plainssüdlich von Auckland auf der Nordinsel. Die Maniototo Plain in Otago, die Hauraki Plains südwestlich der Coromandel Peninsula und die Heretaunga Plains südwestlich von Napier zählen zu den kleineren Ebenen des Landes.

Philippinen:

Die Philippinen sind eines der artenreichsten Ökosysteme der Welt und gehören zu den 17 artenreichsten Regionen der Erde, und sie werden als Megadiversityland bezeichnet. 

Polynesien-Mikronesien:

Polynesien mit seinen vielen Inseln und Inselgruppen erstreckt sich von denHawaiʻi-Inseln (USA) im Norden nach Neuseeland im Südwesten und derOsterinsel (Chile) im Südosten. Im Westen verläuft die Grenze zwischen den (mikronesischen) Gilbertinseln und Tuvalu. Man nennt dieses Seegebiet auch das „polynesische Dreieck“. 

Mikronesien ist ein Sammelbegriff für ein „Inselmeer“ von über 2000 tropischenInseln und Atollen, die auf über sieben Millionen Quadratkilometer des westlichen Pazifischen Ozeans verstreut sind. Geographisch liegen fast alle Inseln nördlich des Äquators. Die Distanz von einem Ende Mikronesiens zum anderen beträgt fast 4000 Kilometer. Mikronesien besteht nicht nur aus einem Land, sondern aus mehreren unabhängigen Ländern, die einst Teil des Treuhandgebiets Pazifische Inseln waren.

 

Südwestaustralien:

Die Fauna Australiens umfasst eine große Anzahl unterschiedlicher, nur auf diesem Kontinent verbreiteter Tierarten. 83 % der Säugetiere, 89 % derReptilien, 90 % der Süßwasserfische und Insekten sowie 93 % der Amphibiensind endemische Arten, die nur in Australien vorkommen. Dieser hohe Anteil ist auf Australiens lange geographische Isolation und die geologische Stabilität des Kontinents zurückzuführen. Einen weiteren Einfluss hatte die im Vergleich zu anderen Kontinenten ungewöhnliche Folge von Klimaveränderungen und ihre Auswirkung auf die Bodenstruktur und die Pflanzenwelt.

Sunda:

Als Sunda oder Sundaland wird eine zusammenhängende Landmasse bezeichnet, die während der letzten Kaltzeit bestand. Damals lag derMeeresspiegel tiefer als heute, so dass die heutigen Inseln Borneo, Sumatra, Java,Palawan und weitere kleinere Inseln Südostasiens zusammen mit Hinterindien Teil des asiatischen Kontinent waren. Heute sind die damaligen tief liegenden Landflächen ein von Meeren, wie beispielsweise der etwa 80 m tiefen Javasee, bedeckter Kontinentalschelf.

Wallacea:

Die pflanzengeographische Grenze, die derjenigen zwischen den Faunenreichen der Orientalis und Australis entspricht, ist diejenige zwischen den Florenreichen der Australis und der Paläotropis. Die Lage dieser Grenzlinie weicht markant von derjenigen bei der Fauna ab. Botanisch umfasst die Australis nur das australische Festland und wenige nahegelegene Inseln. Der gesamte Inselbogen zwischen Asien und Australien einschließlich der großen Insel Neuguinea ist in der floristischen Zusammensetzung der asiatischen Flora viel ähnlicher und wird dementsprechend zur Paläotropis gerechnet.

 

Western Ghats:

Die Westghats sind ökologisch verschieden von den trockenen Regionen im Norden und Osten und können in vier Ökoregionen eingeteilt werden. Der Norden ist etwas trockener als der Süden, erreicht etwas geringere Höhen und bildet die Ökoregion laubabwerfender Regenwälder der nördlichen Westghats, die als wichtige Arten Teak-Bäume und Arten derDipterocarpaceae hat. Oberhalb von 1000 m Höhe liegt die kühl-feuchtere Ökoregion Berg-Regenwälder der nördlichen Westghats, deren immergrüne Hauptvertreter der Familie der Lauraceae angehören.

Sri Lanka:

Sri Lanka ist mit einer großen Anzahl an endemischen Pflanzen- und Tierarten einer der Biodiversitäts-Hotspots in Asien.

Europa und Zentralasien:

Kaukasus:

Im ursprünglich steppenartigen nördlichen Vorland des Großen Kaukasus reicht das Klima vom semihumiden Kontinentalklima im Westen über das semiaride bis zum ariden Kontinentalklima im Osten. Die ersten beiden Zonen wurden aber durch Bewässerungen in den letzten 200 Jahren allmählich zu Ackerland umgewandelt, das durchSchwarzerdeböden sehr ertragreich ist. Die Steppe ist nur noch im Osten erhalten. Zwischen Großem und Kleinem Kaukasus reichen Klima und Vegetation vom subtropischen Westgeorgien über das gemäßigt-feuchte Zentralgeorgien und das semiaride Hochland von Kachetien in Ostgeorgien mit eher offenen Landschaften bis zum eher heißen und ariden Klima der Steppen, Halbwüsten und Wüsten Inner-Aserbaidschans. Im Südosten Aserbaidschans beginnt aber wieder die subtropisch-feuchte Zone des Hyrcanischen Waldes, die sich in Richtung Nordküste des Iran fortsetzt. Im Kleinen Kaukasus reichen Klima und Vegetation über abwechslungsreiche Zonen humiden oder semihumiden Klimas, bis es nach Südosten in das eher aride gemäßigt-kontinentale oder kalt-kontinentale Hochlandklima übergeht. Zu dieser Zone, die auch in Teilen Dagestans auftritt, gehören eher steinige und kahle Landschaften mit wenig Vegetation. Die Klima- und Vegetationszonen sind auch sehr gut auf dem Satellitenbild oben zu sehen.

 

Irano-Anatolian (Irak-Anatolien):

Die Steppenvegetation und Wüstenvegetation weisst einige edemische Arten auf.

Mittelmeerraum:

Insgesamt zeichnet sich der Mittelmeerraum durch eine besondere Artenvielfalt aus: Die Biodiversität wird auf 400.000 bis 600.000 Tier- und Pflanzenarten geschätzt, was etwa einem Zwölftel der weltweiten Biodiversität entspricht. Nach einer Studie von Conservation International aus dem Jahr 2000 beherbergt allein der Mittelmeerraum 13.000 der weltweit 300.000 endemischen Arten. Eine Ursache hierfür ist die Kleinräumigkeit der Region, die Platz für ökologische Nischen lässt. Damit einher geht andererseits eine geringe Anzahl von Individuen pro Art, so dass eine Störung des Gleichgewichts weitreichende Folgen hat. Die Empfindlichkeit des Ökosystems und erhebliche Schädigungen durch menschliche Eingriffe haben dazu geführt, dass etliche Arten vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben sind. Mit einer verbliebenen natürlichen Vegetation von nur noch 3 % ist der Mittelmeerraum von Conservation International zu einem sogenanntenHotspot erklärt worden, einem Gebiet mit besonders gefährdeter ökologischer Vielfalt.

 

Zentralasiatische Gebirgskette (Ural):

Das Uralgebirge, das Hochgebirgs- und Mittelgebirgscharakteraufweist, befindet sich zwischen der Osteuropäischen Ebene im Westen und dem Westsibirischen Tiefland im Osten. Es erstreckt sich aus Richtung Norden von der Südküste derKarasee, die ein Teil des Nordpolarmeers ist, anfangs nach Südwesten, biegt nach rund 500 km in Richtung Süden, erreicht bei Jekaterinburg seine größte Breite und endet am Uralknie zwischen Orenburg und Orskan der kasachischen Nordgrenze.

Nord- und Zentralamerika:

California Floristic Province:

Die Vegetation an der Kalifornischen Küste ist artenreich und einzigartig.

Karibische Inseln:

Der große Inselbogen der Antillen bildet die nördliche und östliche Grenze desKaribischen Meers. Weiter nördlich liegen die Bahamas und die Turks- und Caicosinseln (die bisweilen auch unter dem Namen „Lucayen“ zusammengefasst werden).

 

Subtropische Bergwälder Mexikos und im Südwesten der USA:

Die Madrean Pine-Oak Woodlands (Madrean-Kiefern-Eichen-Wälder) sindsubtropische Waldgebiete in den Bergen von Mexiko und im Südwesten der Vereinigten Staaten. Sie sind der vorherrschende Vegetationstyp in den Hochlagen aller mexikanischen Gebirgszüge. Weitere Vorkommen gibt es in Arizona, New Mexico und Texas. Die Madrean Pine-Oak Woodlands werden von Conservation International zu den am stärksten bedrohten Biodiversitäts-Hotspots gezählt. Der Name stammt von der spanischen Bezeichnung Sierra Madre (Berge der Mutter) für alle größeren Bergketten Mexikos.

Mesoamerika: 

Die Nordgrenze Mesoamerikas liegt ungefähr auf der Höhe des nördlichen Wendekreises mit einer Ausbuchtung nach Süden zwischen den beiden Kordilleren. Die Grenze wanderte mit wechselnden klimatischen Bedingungen. In regenreichen Phasen war Bodenbau möglich, so verschob sich die Grenze in nördliche Richtung. Die Ost- bzw. Südgrenze verlief je nach Zeitraum durch Nicaragua und Costa Rica oder aber durch El Salvador und Honduras. Die Nicarao sprachen eine Variante des Nawat Zentralamerikas, eine dem von den Azteken gesprochenen Nahuatl ähnliche Sprache und werden deshalb zu den Nahua gezählt. Sie bildeten zur Zeit der Conquista einen weit nach Osten verschobenen Vorposten, während der Großteil der archäologischen Befunde auf eine weiter im Westen zu ziehende Grenze schließen lässt.

Südamerika:

Mata Atlântica:

Der Artenreichtum der Mata Atlântica ist höher als der des Amazonasbeckens. Auf Grund der Unterschiede in Höhenlage und Breitengrad sind die Unterschiede in Flora und Fauna sehr hoch. Wegen der hohen Niederschläge besonders an den Berghängen gibt es eine dichte Vegetation. Bis zu 60 Meter hohe Bäume bilden eine geschlossene grüne Decke, unter der ein immerfeuchtes und schattiges Mikroklima existiert. In mehreren Schichten wachsen verschiedene Pflanzentypen.

Typische und häufige Pflanzen sind Moose, Cipós, Bromelien und Orchideen. Inklusive der Insekten gibt es angeblich 1,6 Millionen Arten. Mindestens 8000 Pflanzen- und Tierarten sind endemisch: 55 % der Baumarten, 70 % der Bromelien, 64 % der Palmen, 39 % der Säugetiere, 160 Vogelarten und 183 Amphibien. Mit Sicherheit sind schon viele Arten ausgestorben bevor sie katalogisiert wurden. Bedrohte Tierarten sind z. B. Kragenfaultier, Büschelaffen undLöwenäffchen.

 

Cerrado:

Als Cerrado, Cerrados oder Campos cerrados bezeichnet man dieSavannen Zentral-Brasiliens. Mit einer Fläche von zwei Millionen Quadratkilometern umfassen sie ein Gebiet von der Größe Alaskas. Die Bundesstaaten Goiás, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul undMinas Gerais sind von Cerrados bedeckt, ebenso wie Teile vonMaranhão, Paraná, Piauí und São Paulo.

 

Valdivianischer Regenwald:

Der Valdivianische Regenwald ist als gemässigter Regenwald ein immergrünes und kaltgemäßigtes Ökosystem von der chilenischen Pazifikküste bis an den Rand der Andenkette. Die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen 11 und 12 °C, und die Niederschlagsmengen betragen bis über 2400 mm jährlich, bei ständig hoher Luftfeuchtigkeit und einer hohen Zahl an Regentagen.

 

Tumbes-Choco-Magdalena:

Tumbes-Chocó-Magdalena ist ein Biodiversitäts-Hotspot, welcher tropische Regenwälder und tropische Trockenwälder an der Pazifikküste Südamerikas und denGalápagos-Inseln umschließt. Die Region erstreckt sich vom östlichen Zipfel Panamaszum unteren Tal des Río Magdalena in Kolumbien und entlang der Pazifikküste von Kolumbien und Ecuador zum nordwestlichsten Teil Perus. Die Region wird im Osten durch die Anden begrenzt. Der Tumbes-Chocó-Magdalena Hotspot ist 1500 km lang und hat eine Fläche von 274.597 km².

 

Tropical Andes:

Die tropisch bewaldeten Anden sind besonders gefährdet durch die Abholzung, aber dort gedeihen edemische Pflanzenarten und es lebt dort eine edemische Tierwelt.