Bayerisches Oberland

Als Bayerisches Oberland bezeichnet man eine Region Oberbayerns nördlich und einschließlich der Bayerischen Voralpen zwischen Lech und Inn. Das Bayerische Oberland ist ein Gebiet, das noch weitgehend ländlich geprägt ist und in dem Kultur und Brauchtum bis heute eine große Rolle spielen. Die Planungsregion lässt sich grob in fünf eigene Kulturlandschaften einteilen: 

  1. Tölz-Miesbacher Oberland: LK Miesbach, Rosenheim, Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen, Mühldorf a. Inn, Ebersberg, München
  2. Fünfseenland: LK Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen, Starnberg,
  3. Landsberg a. Lech, Fürstenfeldbruck
  4. Pfaffenwinkel: LK Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau
  5. Werdenfelser Land: LK Garmisch-Partenkirchen

Tölzer Land


Geographie:

Die Planungsregion Oberland bildet sich aus den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Miesbach. Manchmal werden auch die Landkreise München, Starnberg, Landsberg am Lech und das östliche Chimegau zum Bayerischen Oberland gezählt. Das Oberland erstreckt sich zwischen den Flüssen Lech und Inn und geht im Süden in die Bayerischen Voralpen über. Die Isar verläuft zentral durch das Oberland.

  • Wichtigste Fließgewässer: Ammer, Isar, Loisach, Mangfall, Leitzach, Weißach, Würm
  • Wichtigste Stillgewässer: Starnberger See, Ammersee, Walchensee, Tegernsee, Schliersee, Spitzingsee, Staffelsee und einige kleineren Seen im Alpenvorland
  • Wichtigsten Täler: Ammer, Isar, Weißach, Söllbach, Leitzach, Tegernseer Tal, Mangfalltal

Geologie:

Tölz-Miesbacher Oberland:

  • Mangfallgebirge: starker Gesteinswechsel mit häufigen Auftreten mergeliger Horizonte. Gipfel bestehen aus Kalk und Hauptdolomit. Hinzukommen Flyschzonen, Endmoränenwälle und Gletscherstammbecken von Tegernsee und Schliersee.
  • Molasserücken (Einzelerhebungen): Irschenberg, Taubenberg, Tischberg
  • Voralpenländisches Hügel- und Moorland: Jungmoränen aus der Würmeiszeit mit Altmoräneninseln und Schotterdecken. Die Topographie sind Grundmoränen, Moränenrücken, Gletscherstamm und -zungenbecken.
  • Hügelland: überwiegend lehmige Kies- und Schotterböden, Endmoränen und Schotterflächen. Grundmoränen lehmig, in Tälern und Becken verbreitet Moore.

Pfaffenwinkel:

  • Hügelland: Grundmoränen, Seetonen, Molassegesteine, lehmige Kiesböden, Endmoränen mit Talrinnen aus leichten Sand-, Kies-, und Schotterböden.
  • Molasserücken (Einzelerhebungen): Hoher Peißenberg

Werdenfelser Land:

  • Wetterstein: Hauptdolomit, Grus

Klima:

Die jährlichen Mitteltemperaturen im Voralpenland liegen zwischne +6°C und +8°C. In den Bergen nehmen die Temperaturen mit zunehmender Höhe rasch ab. Im Schnitt fallen 900 mm im Vorland und 1600 mm im Gebirgsrand. Das Mangfallgebirge und Ammergebirge ist mit 2000 mm am feuchtesten. Das Rosenheimer Becken ist klimatisch begünstigt. Aufgrund der hohen Niederschläge und des undurchlässigen Untergrundes findet man in Senken und Mulden anmoorige Böden und Moorgebiete vor. Diese hohen Niederschläge lassen sich auf die Stauwirkung der Alpen zurückführen. Im Werdenfelser Land liegen die Niederschlagssummen zwischen 1500 mm (Tal) und über 2000 mm (Gebirge).


Alpen und Voralpen:

Ammer– und Estergebirge:

Am südlichen Rand des Pfaffenwinkel findet man dichte Wälder und mittelgebirgsähnliche Berge vor. Diese Flyschzone bildet einen breiten Saum vor den bayerischen Kalkvoralpen mit Ammer– und Estergebirge. Die flachen Regionen sind mit Fichten und Buchen bewaldet. Nur die höchsten Gipfel und Spitzen, wie Klammspitze (1925 m) und Ettaler Mandy (1605 m), ragen über die bewaldeten Hänge hinaus.

Mangfallgebrige, Kochler Berge und Karwendel:

Kochler Berge: Benediktenwand-Kette

Im Tölz-Miesbacher Oberland sind die Hochlagen der Alpen besonders bedeutend. Dort befinden sich Almflächen, Bergwälder, Fels- und Schutterflure, alpine Rasen und kleinflächige Moorgebiete. Auch die unmittelbare Nähe zum Karwendelgebirge, das mit großen Flächenanteilen in die Landschaft des Oberlandes reicht, weist eine besondere Artenvielfalt auf. Auch das Mangfallgebirge und der Taubenberg sind weinflächige als FFH und SPA-Gebiete ausgewiesen. Der Karwendel selbst ist ein riesiger Naturpark. Im südwestlichen Teil liegt das Werdenfelser Land. Das Tölz-Miesbacher Oberland weist stark gefährdete Käferarten und eine hohe Dichte an Alpensteinböcke (vor allem an der Benediktenwand) auf.

Wetterstein und Kalkalpen:

Der Wetterstein ist mit dem Zugspitz-Massiv das höchste Massiv Deutschlands. Mit 2962 m ist die Zugspitze der höchste Berg des Landes. Generell weist der Wetterstein Hochgebirgscharakter auf. Die Isar und Loisach haben ihre Quellen im Karwendel oder Wetterstein. Die Gebirgslandschaft im Werdenfelser Land besteht aus Bergwäldern, Almen und Felsfluren. Sie ist Heimat vieler seltener Arten.

Wettersteingebirge: Zugspitzmassiv


Moorgebiete:

Das Tölz-Miesbacher Oberland weist ein breites Spektrum an Moorgebiete auf. Hierzu gehören nicht nur die Moore, sondern auch Feucht- und Nasswiesen. Letztere werden intensiv bewirtschaftet, während die Moore kaum von Menschen beeinflusst wurden. Wegen dem Artenreichtum dieser Naturräume, vor allem der Streuwiesen, bilden diese einen unersetzbaren Lebensraum seltener Pflanzen- und Tierarten. Ein Großteil der Moor- und Feuchtgebiete in den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen liegen unter Natur-,und Landschaftsschutz oder gehören die FFH-Gebieten an. Allein 11% des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen sind mit Moor- und Feuchtgebieten bedeckt. Im Pfaffenwinkel sind die glazialen Seebecken heute weitgehend vermoort oder verlandet.


Wildflusslandschaften:

Die Loisach und Isar weisen ausgedehnte Au-, Schneeheide-Kiefernwäldern, Schotterfluren und Magerrasenflächen auf. Dies stellt einen wichtigen Naturraume zwischen den Alpen und der Donau dar. Die Flussauen der Isar, Mangfall und Leitzach sind teilweise als FFH-Gebiete ausgewiesen.

Ammer:

Die Ammer stell,t in einigen Abschnitten, einen der letzen Wildwasserflüsse nördlich der Alpen dar. Bei den Schleierfällen, südlich von Bad Bayersoien, eröffnet sich von der Echelsbacher Brücke ein Blick in die canyonartige Schlucht. Vor allem beim Ammerknick südlich von Peiting wird dies besonders deutlich.

Isar:

LSG Isarauen bei Bairawies (Dietramszell)

Die Isar ist ein einzigartiger Fluss mit wunderschöner Wildflusslandschaft. Darum zählt die Isar zu den schönsten Flüssen des nördlichen Alpenraumes, aufgrund des Wildflusscharkaters und der komplexen Auenlandschaft. Mit dem Talabschnitt (Oberes Isartal) oberhalb des Sylvensteinspeicher sowie der Ascholdinger und Pupplinger Au (Mittleres Isartal) liegen die wertvollsten Wildflussauen in Bayern im Tölzer-Miesbacher Oberland. Die Schotterflächen der Flussauen gehören zu den wenigen Orten an dem die Deutsche Tamariske gedeiht.

Loisach:

Die Loisach fließt in einer Schleife um die Molasseriegel bei Murnau, durch die Kochelsee und mündet in der Pupplinger Au in die Isar. Am Oberlauf der Loisach liegen Au- und Bruchwälder. In unmittelbarer Ufernähe breiten sich Moorgebiete aus.

Mangfall und Leitzach:

Ein weiterer Wildfluss im Tölz-Miesbacher Oberland ist die Mangfall mit ihren tiefeingeschnittenen Mangfalltal. Dieses Tal ist durch den naturnahen Charakter der Mangafll und den sehr naturbelassenen Wäldern an den Talflanken gekennzeichnet. An der Leitzach und Mangfall findet man Überbleibsel ausgedehnter Schotterheiden vor.