Südböhmen

Rožmberk nad Vltavou, kleines Städtchen am Ufer der Moldau und im Südwesten des Böhmerwaldes.

Die Südböhmische Region, tschechisch Jihočeský kraj, ist eine der 14 Regionen in Tschechien. Sie liegt vor allem im südlichen Teil Böhmens, umfasst aber auch einen kleinen Zipfel der historischen Landschaft Mähren. Sie grenzt im Süden an Deutschland und Österreich mit einer Gesamtgrenzlänge von 323 km, im Westen an die Region Pilsen, im Norden an die Mittelböhmische Region und im Osten an die Region Vysočina und die Südmährische Region. Verwaltungssitz und gleichzeitig größte Stadt ist Budweis (České Budějovice).


Landschaft:

Malenice

Den Kern der Region bildet der Südböhmische Kessel. Südwestlich erstreckt sich der Böhmerwald, südöstlich das Gratzener Gebirge und das Hühnergebirge. Im Osten und Norden erheben sich die Böhmisch-Mährische Höhe und die Böhmische Granithöhe.

Die Fläche beträgt 10.057 km², das entspricht einem Anteil von 12,752 % an der Gesamtfläche von Tschechien. Ein Drittel der Fläche nehmen Wälder ein, 4 % sind Wasserflächen. Im Schnitt liegt die Region auf einer Höhe von 400 – 600 m. Damit verbunden sind härtere klimatische Verhältnisse. Der höchste Punkt ist der Plöckenstein (1.378 m) im Böhmerwald, tiefster Punkt ist die Wasseroberfläche der Orlík-Talsperre (330 m) im Okres Písek.

Gewässer:

Die Moldau mit ihren Zuflüssen Otava, Lainsitz, Maltsch und weiteren kleineren Flüssen durchfließen die Region. Im Süden entstanden als Teil der Moldau-Kaskade der Stausee Lipno, größte Talsperre Tschechiens und im Norden die Orlík-Talsperre mit ihren Erholungsgebieten. Die Talsperre bei Římov versorgt den größten Teil der Region mit Wasser. Die Talsperre Hněvkovice entstand mit dem Bau des Kernkraftwerks Temelín. Die Landschaft ist geprägt durch 7.000 Teiche, deren Fläche mehr als 30.000 Hektar beträgt. Die größten Teiche (gleichzeitig auch Tschechiens) sind: Rožmberk (490 ha), Bezdrev (394 ha) und Horusický rybník (416 ha).

Rohstoffe:

Naturschätze der Südböhmischen Region sind die großen Nadelwälder im Böhmerwald und Gratzener Gebirge. Es gibt außerdem hier Schotter- und Sandbrüche, Ziegelrohstoff vorkommen sowie Torf, Kalkspat, Diatomit und Graphit.


Naturschutz und Umwelt:

Den größten Teil der Emissionen verursachen landwirtschaftliche und industrielle Betriebe, wenn auch zu Vorjahren ein Rückgang zu verzeichnen ist. Der Kreis hat die sauberste Luft in der Republik und auch die Flüsse sind wenig belastet. Besonders naturnah und sauber sind die Oberläufe von Moldau und Blanice.

Diese insgesamt niedrige Umweltverschmutzung prägt auch den Erholungscharakter des Kreises. Dieser wird bestärkt durch das Biosphärenreservat Šumava – Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet (1.676,88 km²), sowie die Landschaftsschutzgebiete (tschechisch CHKO) Třeboňsko (700 km²) und CHKO Blanský les (212 km²). Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete in Tschechien.


Klima:

Durch die unterschiedlichen Höhen, variiert das Klima nach Region. Im Allgemeinen herrscht ein gemäßigtes Klima mit straken kontinentale Einflüssen. In den Hochlagen ist es feucht und kühl, während die Täler und Becken ein deutlich wärmer und trockneres Klima aufweisen.

Böhmerwald:

Der Böhmerwald liegt am Übergang vom atlantischen zum kontinentalen Klima. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 800 mm bis 1600 mm, auf dem Grenzkamm bis zu 2000 mm. Etwa die Hälfte des Niederschlags fällt in Form von Schnee, vor allem in Lagen über 1000 m.

Die Schneedecke im Böhmerwald hält zwischen 100 Tagen in tieferen Lagen und bis zu 150 Tagen in den Höhenlagen. Der kälteste Monat des Jahres ist in der Šumava der Januar, mit Rekordtemperaturen von −40 °C in einigen Talkesseln. In der Regel ist der Juli der wärmste Monat, der Juni der niederschlagsreichste. Die Temperatur beträgt im Jahresmittel 6,5 °C in den Tallagen, in den Berglagen 3,5 °C.


Kulturdenkmäler:

Budweis (České Budějovice) ist Hauptstadt und größte Stadt Südböhmens.

Denkmalgeschützt sind die historischen Stadtzentren von

  • České Budějovice (Budweis)
  • Český Krumlov (Krumau, UNESCO-Welterbe)
  • Jindřichův Hradec (Neuhaus)
  • Třeboň (Wittingau)
  • Slavonice (Zlabings)
  • Prachatice
  • Tábor

Daneben gibt es zahlreiche weitere historische Gebäude wie Schloss Hluboká nad Vltavou, Schloss Český Krumlov, Schloss Blatná, Schloss Červená Lhota und die Burgen Zvíkov und Orlík. Von Bedeutung ist auch die Dorfarchitektur, bekannt als „Bauern-Barock“. Diese kann man z. B. in Holašovice sehen. Das Dorf ist ebenfalls UNESCO-Welterbe.

České Budějovice

České Budějovice:

Budweis (České Budějovice) ist die Hauptstadt der Südböhmischen Region im Süden Tschechiens. Der imposante Přemysl-Otakar-II-Platz ist von Arkadenhäusern umgeben; hier befinden sich der barocke Samsonbrunnen und das Rathaus mit seinen 3 Türmchen. Der im Stil der Gotik und Renaissance errichtete Schwarze Turm bietet Blicke über die Altstadt und auf den Berg Klet’ im Südwesten. Die nahe gelegene St.-Nikolaus-Kirche wurde vielfach wiederaufgebaut und besitzt barocke Kapellen sowie 3 Kirchenschiffe.

Česky Krumlov:

Cesky Krumlov ist eine Stadt in der tschechischen Region Südböhmen. Die Moldau fließt durch ihre Mitte und über den Häusern ragt das Schloss (13. Jh.) empor. Neben dem Schlossgebäude, das Elemente aus der Gotik, der Renaissance und dem Barock aufweist, gehören auch ein 11 ha großer Park und ein Barocktheater (17. Jh.) zur Anlage. Vom runden Glockenturm des Schlosses hat man einen Panoramablick auf die Altstadt und den Fluss.


Naturlandschaften und -monumente:

Böhmerwald (Šumava):

Der Böhmerwald, tschechisch Šumava, ist eine etwa 120 km lange Bergkette, die sich entlang der tschechisch-deutsch-österreichischen Grenze erstreckt. Sie ist das höchste Rumpfgebirge der Böhmischen Masse und bis zu 50 km breit. Der höchste Berg des Böhmerwaldes ist mit 1456 Metern der Große Arber.

Černé jezero:

Der Černé jezero (deutsch Schwarzer See) ist der größte Gletschersee im Böhmerwald. Er liegt auf tschechischem Staatsgebiet auf dem Gebiet der Stadt Železná Ruda (Katastralgemeinde Hojsova Stráž) und ist der größte natürliche See Tschechiens. Er wird von der 320 Meter hohen Felswand Jezerní stěnaeingerahmt. Das Grundgestein ist Glimmerschiefer, bedeckt von einer neun Meter mächtigen Schlammschicht, die sich über Jahrtausende aus den Pollender umliegenden Bäume gebildet hat.

Česká Kanada (Tschechisch-Kanada):

Den nordwestlichen Teil bildet das Bergland von Jindřichův Hradec. Südlich davon schließt sich das Wittingauer Becken an. Die Landschaft ist hügelig und stark bewaldet und das Bergland erstreckt sich von Nová Bystřice bis an den nördlichen Böhmisch-Mährischen Höhenzug. Den östlichsten Teil bildet die Hügellandschaft Dačice in der Form einer langgezogenen Bodensenke. Bizarre Felsengebilde findet man in der Nähe von Theresienstein (tschech. Terezín) und Kunžak. Die höchste Erhebung ist der Berg Vysoký kámen 738 Meter ü. M. Ebenfalls in der Landschaft prägnant sind Šibeník (732 m), Kunějovský vrch (725 m), Studnice (722 m), Bukový vrch (721 m), Větrov (714 m) und Čihadlo (700 m). Die Berge sind überwiegend flach mit zerstreuten Felsbrocken, Felsbecken, Wackelsteinen und großformatigen Steinen auf den Gipfeln. Die Landschaft um Jihlava besteht aus höheren Bergen.

Lipno-Stausee:

Der Lipno-Stausee ist der größte See Tschechiens und wird auch “Böhmisches Meer” genannt. Der See bildet sich durch den Stau der Moldau. Die Region um den See ist ein beliebtes Erholungsgebiet und ein wichtiges Zentrum für Surfer und Segler.


Česky Krumlov; UNESCO-Weltkulturerbe mit wertvoller und sehenswürdiger Altstadt.