Kaltlufteinbrüche

Ein mächtiger Tiefdruckwirbel kann Kaltluftmassen in Regionen lenken, die äußerst selten kaltes Wetter erleben. Solche Anomalien können schwere Folgen harn, wenn die lokale Bevölkerung und die Infrastruktur nicht an Kälte angepasst sind. Im sibirischen Winter wären -10°C ungewöhnlich warm, in Florida hingegen ein Kälterekord.


Windchill:

Die Kombination aus starkem Wind und tiefer Temperatur kann einen viel größeren Körperwärmeverlust hervorgerufen als die Lufttemperatur allein. Die Windchill-Temperatur wird oft verwendet, um dies in Zahlen auszudrücken.


 

Kaltlufteinbrüche:

Texas und Florida 1983:

Im Dezember 1983 vernichtete ein schwere Kaltlufteinbruch die meisten Zitrusbäume von Texas und Florida. IN Lakeland, Florida, hielt er vier Tage an. Zwei Nächte waren um 16°C kälter als üblich, obwohl der Monatsdurchschnitt um 0,8°C über dem Normaler lag.

Brasilien:

Brasilien ist der weltgrößte Kaffee-Exponteur. In den Anbauregionen kommt es etwa einmal in zehn Jahren zu schwerer Kälte, Kaffeesamen sind seht frostempfindlich. 1975 und 1994 stieg der Kaffeepreis stake an, da Frostschäden die Ernteträge verringert hatten.

Großbritannien 1962/63:

Eine Reihe von Kaltlufteinbrüchen machten den Winter 1962 – 1963 in Großbritannien zum kältesten seit 1795. Sie folgten auf mehrere schwere Schneestürme. Der Londoner Flughafen Gatwick verzeichnete -16°C. Viele große Flüsse wie Themse und Avon froren zu.

North Dakota 1997:

Im Januar 1997 erlebten die Staaten der Northern Plains einen der windigsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Temperaturen sank auf -40°C, die gefühlte Temperatur (Windchill) auf -62°C. In North Dakota fielen bis zu 229 cm Schnee.

Bangladesch und Indien 2003:

In stark bevölkerten Regionen könne Kaltlufteinbrüche hohe Verluste an Menschenleben fordern. Im Januar 2003 starben bei einem solchen Ereignis 500 Menschen in Bangladesch und 600 in Nordindien, Gebiete mit wenig oder keinem Strom und primitiven Heizmethoden.

Nordindien 2007 und 2008:

Normalerweise hält die Himalaya die arktische Kaltluft davon ab, über Indien zu wehen. Im Dezember 2007 und Januar 2008 kam es jedoch in Nordindien zu einem Kaltlufteinbruch, von dem die Armen und Obdachlosen am schlimmsten betroffen waren.

Syrien 2008:

Während einer Kältewelle fiel in Syrien Schnee, unter anderem auch auf Dattelpalmen. Der erste Schnee seit Jahren bedeckt noch weitere Teil des Nahen Ostens.


 

Kältewelle in Europa 2012:

Die Kältewelle in Europa Januar/Februar 2012 war ein Kälteeinbruch während des Winters 2011/2012, der beginnend in der dritten Januarwoche in weiten Teilen Europasund angrenzenden Räumen für langanhaltende tiefe Fröste und darüber hinaus für schwere Schneefälle im Mittelmeer- und Schwarzmeerraum sorgte. Sie wurden von denRusslandhochs Cooper und Dieter, dem Island-/Ostseetief Gisela, den MittelmeertiefsJulia und Lucina und dem Tief Olivia verursacht.


Kältewelle in Nordamerika 2013/14:

Die Kältewelle im Winter 2013/14 in Nordamerika war ein Extremwetterereignis in der ersten Januarhälfte 2014, das Teile Kanadas und der Vereinigten Staaten betraf. Eine arktische Kaltfront in Verbindung mit einem Nor’easter (Nordoststurm) lenkte Kaltluft aus dem Polarwirbel auf den nordamerikanischen Kontinent, was zu schweren Schneefällen und Kälterekorden führte.

Temperaturen:

Das in der Presse vielfach Polar vortex (‚Polarwirbel‘) bezeichnete dritte Kälteereignis der Saison bildete ab Dienstag, den 2. Januar 2014, einen Schneesturm aus. Ein mächtigesTief Hercules führte Kaltluft bis tief nach Nordamerika. Besonders die Räume Boston, New York und Pennsylvania verzeichneten Sturm und Schneefall bis einem guten halben Meter (2 ft).

Etwa seit dem 4. Januar waren große Teile der USA von einer Kältewelle betroffen. Im südlichen Michigan südlich der Großen Seen (42° N, geographische Breite wie Rom) fiel bis zu 50 cm Schnee, in Tennessee (36° N, südlicher als Tunis) noch bis zu 5 cm.

Am Sonntag, den 5. Januar, wurden in Green Bay Temperaturen von −28 °C gemessen, der niedrigste je gemessene Wert. Am O’Hare International Airport in Chicago wurden am 6. Januar –26 °C gemessen, ebenfalls ein Rekordwert.

Am Crane Lake in Minnesota wurden am Montag, 6. Januar, −36 °C gemessen, mit Windchill eine gefühlte Temperatur von bis −60 °C.

Am Dienstag, 7. Januar, erreichte die Kältewelle wiederum die Ostküste der USA. Dort fiel die Temperatur vielerorts binnen 24 Stunden von +12 °C auf −14 °C. New York meldete am Morgen 4 Grad Fahrenheit (−13,8 °C); dies brach einen 118 Jahre alten Rekord.

Mittwochs, 8. Januar, erreichte ein neues Tief mit 939 hPa Kerndruck über der Davisstraße vorLabrador den Maximalwert.

Froststimmung in Chicago, −15 °C, 6. Januar morgens

 


 

Bora, Senj, Kroatien; Kältewelle Europa 2012

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