Schnee- und Eisstürme

Schneestürme werden von einer Kombination aus heftigem Schneefall, tiefen Temperaturen und starken Winden hervorgerufen. Ein typischer Schneesturm tritt üblicherweise hinter einem ausgeprägten Bodentief auf. Gerät eine warme Luftschacht zwischen zwei Schichten mit Temperaturen unter den Gefrierpunkt, kaum sich gefrierender Regen bilden und ein Eisturm aufkommen.


Phänomene der Wetterextreme:

Eisregen:

Regen, der auf Objekte mit Minustemperaturen fällt, gefriert zu einer dünnen Eisschicht. Starker Eisansatz kann Bauschäden verursachen, Äste abbrechen lassen und Stromleitungen beschädigen.

Eissturm:

Die gefrorene Wassertröpfchen schmelzen, während sie eine wärmere Luftschicht passieren. Danach fallen sie durch eiskalte Luft, werden zu gefrierendem Regen und bringen einen Eisturm hervor.

Schneestürme:

Schneestürme können den Verkehr zum Erliegen bringen, Flughäfen lahm legen und Züge aufhalten.


 

Leben mit Schneestürmen:

Menschen, die öfter mit gefrierendem Regen und Schneestürmen konfrontiert sind, haben verschiedene Strategien, um damit zurechtzukommen. Bauweisen, die im Schnee leichten Zugang ermöglichen und Stromversorgung sind von großer Bedeutung.

Schneeschaufeln:

In der Arktis fällt wenig Schnee. Starke Winde häufen den Schnee zu Verwehungen auf, die regelmäßiges Ausschaufeln fordern.

Bauweise:

In kalten Klimazonen sind die Dächer steil, damit der Schnee abrutschen kann und verstärkt, um dem Gewicht des Schnees standzuhalten.

Räumung:

Bei Schneestürmen zählt Straßenräumungen zur höchsten Priorität. In schneereichen Gebieten wenden Gemeinden dafür erhebliche Mittel auf.

Strom:

Nach einem Eissturm zählt das Repariere von durchtrennten Stromleitungen zur höchsten Priorität.


 

Schnee- und Eisstürme der Erde:

Südchina 2008:

Zwischen Ende Januar und Mitte Februar 2008 wurde ein großer Teil von Südchina durch die schlimmsten Eis- und Schneestürme seit 50 Jahren lahmgelegt. Hunderttausende Pendler, die zum chinesischen Neujahrsfest in ihre Heimatstädte und -dörfer zurückkehren wollen, saßen fest.

Iran 1972:

Anfang Februar 1972 deckte ein Schneesturm Teile des Iran mit so viel Schnee zu, dass das Ereignis eine vierjährige Dürre beendete. Nahe der Hauptstadt Teheran waren die Schneewehen drei bis acht Meter hoch. Geschätzte 4000 Menschen kamen im Schnee und in der Kälte um.

Afghanistan 2006:

Eine dicke Schneedecke lag über Afghanistan, nachdem am 31. Januar 2006 ein Schneesturm der Region durchquert hatte. Solche Schneefälle sind lebenswichtig, weil sie Wasser für den langen, heißen Sommer bereitstellen.

Deutschland 1978/79:

Im Winter 1978/79 legten gleich zwei Schneestürme die öffentliche Leben in Norddeutschland lahm.


 

Unwetter in Südeuropa 2014:

Das Unwetter in Südeuropa überzog in den Monaten Januar und Februar, Italien, Österreich, die Schweiz und den Balkan mit starkem Schnee und Eisregen. Als Auslöser dieses Unwetters gilt das Tief Mayla, welches im Mittelmeer wirkte.

Österreich:

In Österreich mussten zeitweise die Tauernautobahn geschlossen werden. Auch die Tauernbahn ist nur mit Schienenersatzverkehr in Betrieb. Von der Außenwelt abgeschnitten waren das Lesachtal, die Region Nassfeld, Bad Bleiberg und Zell-Pfarre.

Italien:

In Italien wurde in der Nähe von Bergamo ein Erdrutsch vermeldet. Darauf wurden zahlreiche Menschen in Notunterkünften untergebracht. DerTiber hatte durch den andauernden Niederschlag Hochwasser erreicht. Zahlreiche Schulen in Rom wurden geschlossen. In Südtirol schneite es mehr als 400 Prozent der mittleren Schneemenge.

Serbien:

In Serbien haben Schneeverwehungen eine Schneehöhe von bis zu sechs Metern erreicht, welche vom Kosava-Wind verursacht wurden. 400 Personen blieben mit ihren Fahrzeugen im Schnee stecken und wurden mit der Hilfe von Panzern oder Helikoptern befreit.

Slowenien:

 

In Slowenien kam es zu Eisregen, der in vielen Regionen zu einer bis zu fünf Zentimeter dicken Eisschicht führte. Zahlreiche Gemeinden waren von der Außenwelt abgeschnitten. 90.000 Menschen waren in Slowenien ohne Strom, unter anderem weil mehrere Leitungsmasten unter den Eismassen zusammenbrachen. 500 Tonnen Stahl müssten in dem Zusammenhang beseitigt werden. Die slowenische Regierung beantragte internationale Hilfe bei den Nachbarländern Italien und Kroatien so wie bei der EU-Kommission. Österreich schickte 113 Feuerwehrangehörige mit 65 Fahrzeugen und 27 Notstromaggregaten in das Land. Deutschland entsendete THW-Helfer aus Hessen und Bonn nach Slowenien, Tschechien sendete aus Ostrau sechs Berufsfeuerwehrleute. 500.000 Hektar Waldfläche, also 42 Prozent der Waldflächen in Slowenien, waren mit Eis überdeckt. Die Schäden werden auf 3,5 Millionen Kubikmeter Holz beziffert, was dem jährlichen regulär geschlagenen Holz in Slowenien entspricht. In der Stadt Postojna, die besonders schwer betroffen war, wurde ein Krisenzentrum eingerichtet, wo Menschen Zuflucht vor der Kälte finden konnten.

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Eisregen auf den beschädigten Oberleitungen am Bahnhof in Postojna

 


 

Blizzard Nemo 2013

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