Tschechische Republik

Die Tschechische Republik, das ist nicht nur Prag, eine der bedeutendsten Metropolen Mitteleuropas und des Heiligen Römischen Reiches, das sind auch weniger bekannte Orte und Schlösser mit Karlsbad, Litomyšl und Kromeríz.

Lage und Landschaft:

In der Mitte Europas gelegen, hat die Tschechische Republik gemeinsam Grenzen mit Deutschland, Polen, der Slowakei und Österreich. Das zentrale Böhmische Becken ist vom Böhmerwald im Südwesten sowie von Erzgebirge und Riesengebirge im Norden umgeben. Gegenüber Mähren, dem östlichen Landesteil, bildet die Böhmische-Mährische Höhe eine natürliche Trennlinie.

Mittelböhmen:

Die Landschaft Mittelböhmens wird durch sanfte Hügelländer, tiefen Wäldern und weiten Ebenen gekennzeichnet. Das Herzstück von Bäumen weist fruchtbare und waldarme Ebenen auf, wie das Elbtiefland. Die weiten Feldern der Ebenen werden durch die Hügellandschaften der Böhmischen Masse abgelöst. Den Süden und den Norden bestimmen die Flusslandschaften. Im Süden von Prag bildet die Moldau ein wunderschönes Tal, das bis in den Böhmerwald reicht. Der westliche Teil Mittelböhmens ist am abwechslungsreichsten, da man dort zerklüftete Täler und dichte Wälder vorfindet.

Nordböhmen:

In Nordböhmen treffen zwei Welten aufeinander. Die eine Welt ist bezaubernd und voller Schönheit, während die andere Seite zu den erschreckendsten und unwirtlichsten Landstrichen Tschechiens gehört. Allgemein weist die Region viele Gebirgsketten auf, die meist die Grenze zu Deutschland oder Polen darstellen. Im Nordwesten erstreckt sich das Erzgebirge, das zugleich die Grenze zu Sachsen bildet, dieses grenzt weiter an das Lausitzer Gebirge und an das Isergebirge, das unberührte Hochmoore aufweist. Vom Bergland fällt die Landschaft zu einem sanften Binnenland ab, das Nordböhmische Becken. Dieses Becken wird vom Böhmischen Mittelgebirge unterbrochen. Das Mittelgebirge besteht aus zahlreichen Vulkankuppen. Dazwischen haben sich Eger, Elbe und zahlreiche Nebenflüsse reizvolle und tiefe Täler geschaffen. Ein weiters Naturwunder ist das Böhmische Paradies, das etliche kulturhistorische Sehenswürdigkeiten verfügt. Eine weitere Märchenlandschaft ist auch die Böhmische Schweiz, der tschechische Teil der Sächsischen Schweiz. Allerdings ist Nordböhmen stark von der Industrie in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Braunkohlebecken rund um Most gehört zu den hässlichsten Landstrichen Tschechiens. Der Landstrich ist trotz aller Rekultivierungsmaßnahmen immer noch stark von der Vergangenheit beeinträchtigt. Die Ebene ist unterbrochen von tiefen, schwarzen Löchern und Schloten, die aus der Zeit der Tschechoslowakei stammen.

Nordmähren und Schlesien:

An der Grenze zu Polen und der Slowakei ziehen sich die Beskiden entlang der Staatsgrenze. Im Norden befindet sich das Altvatergebirge. Neben den unberührten Bergregionen, und den Industriegebieten im Oderbecken, zieht sich im Zentrum der Region die weite, fruchtbare Hanna-Ebene entlang. Sie ist Herzstück der Region. Die Ebene (Haná) ist eine Kornkammer des Landes und erstreckt sich rund um die Stadt Olomouc. Im Norden schließt die Ebene an das bewaldete Altvatergebirge an. Im tschechischen Teil Schlesiens befindet sich das Oderbecken. Hier befinden sich Schwerindustriezentren, wie Ostrava. Im südlichen Teil erstrecken sich die Moravskoslezské Beskydy (Mährischen Beskiden).

Ostböhmen:

In Ostböhmen gibt es die weitesten Ebenen und die höchsten Gipfel der Tschechischen Republik. Ostböhmen ist bekannt durch seine facettenreichen Landschaften. Im Osten erstreckt sich das Adlergebirge (Orlické hory), das zugleich die Grenze zu Polen bildet. Im Norden Ostböhmens findet man das urige Riesengebirge vor. Das Teilgebirge der Sudeten ist durch einem Nationalpark geschützt. Hier befindet sich auch der höchste Gipfel des Landes, die Schneekoppe (1602 m). Im Riesengebirge entspringt die Elbe, die weiter im Süden durch das weite Elbtiefland fließt. Die Elbniederung (Polabí) ist bekannt für ihre goldenen Getreidefelder und die heißen Sommermonaten mit ihren staubigen Dunst. Im Winter hängt zäher Nebel in der Ebene. Die beiden Städte Pardubice und Hradec Karlove liegen in diesem Tiefland.

Südböhmen:

Südböhmen gehört zu den beliebtesten Urlaubsregionen Tschechiens. Charakteristikum der Region sind die Bergregionen des Böhmerwaldes und der Böhmischen Masse, die weiten Teichlandschaften und die tiefen Flusstäler. Herzstück der Region ist der vielbesungene Böhmerwald (Šumava). In der Bergwelt findet man rauschende Bäche, raue Weideländer und tiefe Fichten- und Kiefernwäldern vor. Das Naturparadies liegt im Dreiländereck und bildet die Grenze zu Österreich und Deutschland. Jenseits des Böhmerwaldes erstrecken sich weite Teichlandschaften, sanfte Hügelländer und idyllische Stauseen. Hauptgewässer der Region ist die Moldau. Diese entspringt im Böhmerwald und wird an vielen Stellen aufgestaut. Sobald sie den Böhmerwald verlassen hat bildet sie ein idyllisches Flusstal das bis nach Budweis hinaufführt. Im äußersten Osten der Region liegt ein rauher Landstrich, das Böhmische Kanada (Česka Kanada). Im Norden liegt der Budweiser Kessel der weite Teichlandschaften beherbergt und den Übergang zum Mittelböhmischen Hügelland bildet.

Südmähren:

Südmähren wird von einem warmen Klima beeinflusst. Der Landstrich ist grüner und üppiger als die Nachbarregionen, was an der hohen Sonnenstrahlung liegt. Die Region ist auch ein berühmtes Weinbaugebiet. Im Westen begrenzt  das Vysočina Mähren von Böhmen. Im Osten und Südosten trifft der Landstrich auf die Karpaten. Im Süden grenzt das südliche Mähren an das niederösterreichische Weinviertel.

Vysočina (Böhmisch-Mährische-Höhe):

Ein unwirtlicher und rauer Höhenzug der Böhmen von Mähren trennt. Südlich der Polabi (Elbniederung) baut sich der Gebirgszug auf. Die Böhmisch-Mährische Höhe erreicht eine Höhe von über 800 m. Tourismus ist noch unbekannt und der Landstrich ist sehr unberührt.

Westböhmen:

Westböhmen ist gekennzeichnet durch goldenen Weizenfeldern, dichten Wäldern, Teichlandschaften und Obstplantagen. Westböhmen erstreckt sich zwischen dem Erzgebirge und den Tschechischen Wald. Im Osten befindet sich das Pilsener Becken, das für seine heißen Sommer bekannt ist. Im äußersten Süden grenzt der Šumava (Böhmerwald) an die Region und bildet gleichzeitig die Grenze zu Deutschland. Der Osten wird von der Mittelböhmischen Hügellandschaft begrenzt.

 Fläche: 78.703 km²

Höchster Berg: Snezka/Schneekoppe (1602 m)

Längster Fluss: Vltava/Moldau (440 km)

Größter See: Lipnov

Bevölkerung: 10,3 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Prag


Klima:

Tschechien liegt in der gemäßigten Temperaturzone der Erde. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 7,9 °C bei milden Wintern (Februar: 0,5 °C) und kühlen Sommern (Juni: 18,6 °C). Die Jahresniederschlagssumme in Prag beträgt 508 Millimeter; ein relativ geringer Wert aufgrund der Lee-Lage östlich beziehungsweise südöstlich des Böhmerwalds, des Oberpfälzer Walds und des Erzgebirges.

Die Temperaturen sind sehr unterschiedlich, aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen des Landes. Umso höher die Gegend, umso kälter und feuchter wird das Wetter. Das feuchteste Gebiet in Tschechien ist in der Umgebung von Bíly Potok in den Jizera-Bergen. Der trockenste Ort befindet sich im Kreis von Louny, nordwestlich von Prag. Die umliegenden Berge beeinflussen das Wetter stark.

Klimazonen:

Insgesamt gibt es in Tschechien vier Klimazonen (nach der Köppen-Klimaklassifikation). Die dominanteste Zone ist die des ozeanischen Klimas (Cfb). An den Gebirgen und deren Vorländern herrscht oftmals ein feuchtes Kontinentalklima mit warmen Sommern (Dfb). Ein subarktisches Klima (Dfc) herrscht in den höheren Gebirgslagen der tschechischen Gebirgszügen. Auf der Schneekoppe herrscht ein Klima der Tundra (ET).

Jahresverlauf:

Der kälteste Monat ist der Januar, gefolgt vom Februar und Dezember. In diesen Monaten sind die Gebirge tiefverschneit. Manchmal reicht der Schneefall bis in die Städte und ins Tiefland. Der Frühling (März, April, Mai) ist mild und die Temperaturen steigen rapide an, vor allem im Monat April, wenn das Wetter sehr wechselhaft und variantenreich ist. Der Frühling weist eine hohe Niederschlagssumme auf, dies kann zu starken Überschwemmungen führen, auch dann wenn die Schneeschmelze einsetzt. Der Sommer (Juni, Juli, August) ist für gewöhnlich die wärmste Jahreszeit. Die Tagestemperaturen liegen im Schnitt zwischen 20°C und 30°C. Der Sommer wird häufig von starken Gewitterstürmen heimgesucht. Auch Hitzewellen können auftreten, die dann durch feucht-kühle Tage abgelöst werden. Der Herbst beginnt im September. Der Monat ist geprägt durch relativ warmen Temperaturen und trockenes Wetter. Im Oktober kommt das typische Herbstwetter, die Temperaturen liegen zwischen 10°C und 15°C. Im November sinken die Temperaturen auch schon unter den Gefrierpunkt.

Temperaturen:

Der kälteste Ort ist die Schneekoppe (Sněžka) mit einer Höhe von 1603 m. Die Durchschnittstemperatur auf dem Gipfel beträgt -0,4°C. In Südmähren liegt die jährliche Durchschnittstemperatur mitunter über +10°C. Südmähren und die Hauptstadt Prag sind die wärmsten Regionen der Tschechischen Republik. Der kälteste Temperaturrekord wurde im Jahr 1929 registriert. Die Temperatur betrug -42,2°C und wurde in Litvínovice umweit der Stadt Budweis (České Budějovice) registriert. Das extreme Gegenteil wurde in Dobřichovice im Jahr 2012 registrier, die Tempetur betrug +40,4°C.

Niederschlag:

Die Jahresniederschlagssumme in Prag beträgt 508 Millimeter; ein relativ geringer Wert aufgrund der Lee-Lage östlich beziehungsweise südöstlich des Böhmerwalds, des Oberpfälzer Walds und des Erzgebirges.

Sonnenstunden:


Regionen:

  • Mittelböhmen
  • Südböhmen
  • Westböhmen
  • Nord- und Ostböhmen
  • Nordmähren und Schlesien
  • Südmähren und Vysočina

Mittelböhmen:

Zu einem der beliebtesten Ziele für Kurzreisen hat sich Prag entwickelt, in der sich Gotik, Barock, Historismus und Jugendstil zu einem Gesamtkunstwerk vereinen. Aber nicht nur die tschechische Hauptstadt lohnt einen Besuch: Mittelböhmen ist voller historischer Orte und großer Architektur.

Kulturelle Zentren:

  • Praha/Prag
  • Burg Karlštejn
  • Melník
  • Kutná Hora/Kuttenberg
  • Kolín
  • Svatá Hora

Naturlandschaften- und monumente:

  • Slapy (Moldaustausee)

Klima:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
0°C3°C8°C13°C18°C21°C25°C25°C19°C13°C6°C2°C
-5°C-4°C-1°C3°C7°C11°C14°C13°C9°C4°C0°C-3°C

Südböhmen:

Die Šumava, der “rauschende ” Böhmerwald, bildet mit dem Bayerischen Wald das größte zusammenhängende Waldgebirge Mitteleuropas und in Südböhmen gibt es noch nahezu unberührte Abschnitte dieser einzigartigen Landschaft, die Adalbert Stifter und viele andere Künstler inspirierte.

Kulturelle Zentren:

  • Tábor
  • Jindrichuv Hradec/ Neuhaus
  • Jindrichuv Hradec/Wittingau
  • Ceské Budejovice/ Budweis
  • Huluboká nad Vlatou/ Frauenberg
  • Cesky Krumlov/ Krumau
  • Prachatice/ Prachatitz
  • Strakonice/Strakonitz
  • Susice/ Schüttenhofen

Naturlandschaften- und monumente:

  • Šumava/Böhmerwald
  • Vodni nádrz Lipno/ Lipno-Stausee
  • Rozmbersky rybnik
  • Pisek

Klima:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
0°C3°C9°C14°C19°C22°C25°C23°C20°C13°C6°C3°C
-6°C-5°C-1°C3°C8°C10°C13°C12°C9°C4°C0°C-4°C

Westböhmen:

Vom Glanz der untergegangen k. u. k.-Monarchie erzählt das westböhmische Bäderdreieck: In Karlsbad, Marienbad und dem kleineren Franzensbad traf sich einst das mondäne Europa. Auch heute fährt man zur Kur wieder dorthin oder um ganz einfach die erholsame Stille der Umgebung genießen.

 Kulturelle Zentren:

  • Klatovy/Klattau
  • Domazlice/Taus
  • Plzen/Pilsen
  • Karlovy Vary/Karlsbad

Naturlandschaften- und monumente:

  • Hájek

Klima:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
0°C1°C7°C12°C20°C22°C26°C25°C20°C14°C6°C3°C
-5°C-5°C-1°C3°C10°C13°C15°C14°C10°C5°C1°C-2°C

 Nord- und Ostböhmen:

Das böhmisch-deutsche Erzgebirge im Westen und das böhmisch-polnische Riesengebirge im Osten rahmen Nordböhmen ein. Hier eröffnet sich dem Reisenden eine romantische Bergwelt, aber auch das fruchtbare Tal der Elbe mit Obstgärten und Weinbergen. Von hier kommt der Hopfen für die berühmten böhmischen Biere. Ostböhmen mit dem Zentrum Königgrätz reicht vom Riesengebirge bis zur Böhmisch-Mährischen Höhe.

Kulturelle Zentren:

  • Litomerice/Leitmeritz
  • Jicin
  • Hrad Kost/Burg Kost
  • Hradec Králové/ Königgrätz
  • Pardubice
  • Litomysl
  • Vrachlabi

Naturlandschaften- und monumente: 

  • Pravcicka brana
  • Cesky raj
  • Snezka/ Schneekoppe
  • Adrspassko-teplicke skaly

Klima:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
1°C2°C8°C13°C19°C23°C24°C23°C21°C14°C7°C4°C
-6°C-6°C0°C3°C7°C11°C13°C12°C9°C5°C1°C-2°C

Nordmähren und Schlesien:

Kontraste bestimmen diese Region: Im Grenzland zu Polen liegt das größte Kohle- und Steinrevier der Tschechischen Republik. Südlich davon, in der mährischen Walachei, wird die regionale Tradition gepflegt beim jährlichen Folklorefest sowie in einem der größten Freilichtmuseen Mitteleuropas.

Kulturelle Zentren:

  • Opava/Troppau
  • Ostrava/Ostrau
  • Roznov pod Radhostem/Rosenau
  • Olomouc/Olmütz
  • Hrad Bouzov/ Busau

Naturlandschaften- und monumente:

  • Jeseniky/Altvatergebirge
  • Beskydy/Beskiden

Klima:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
1°C2°C8°C13°C19°C23°C24°C23°C21°C14°C7°C4°C
-6°C-6°C0°C3°C7°C11°C13°C12°C9°C5°C1°C-2°C

Südmähren und Vysočina:

Geprägt von sanften Hügeln, Weinbergen und Obstgärten, zählt Südmähren zu den fruchtbarsten und lieblichsten Landschaften der Tschechische Republik. Historisch und kulturell war die Region immer durch die Nachbarschaft zu Österreich geprägt.

Kulturelle Zentren:

  • Brno/Brünn
  • Kromeriz/Kremsier
  • Velehrad
  • Mutenice/Mutenitz
  • Valtice/Feldsberg
  • Mikulov/Nikolsburg
  • Znojmo/Naim
  • Jaromerice/Jarmeritz
  • Trebic/Trebitsch
  • Telc/Teltsch
  • Jihlava/Iglau
  • Zd ar nad Sázavou/Saar

Naturlandschaften- und monumente:

  • Moravsky kras/Mährischer Karst
  • Palava/Pollauer Berge

Klima:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
0°C1°C7°C12°C20°C22°C26°C25°C20°C14°C6°C3°C
-5°C-5°C-1°C3°C10°C13°C15°C14°C10°C5°C1°C-2°C