Balkantief Yvette

Das Balkantief Yvette geht zur Zeit durch alle Medien, dass Mitte Mai 2014 zu schweren Überschwemmungen und heftigen Stürmen in Südosteuropa und Ostmitteleuropa. Es hat mehrere Todesopfer gegeben.


Am 11. Mai 2014 steuerte ein Tief Xena über Dänemark und Ostsee eine Kaltfront gegen die Alpen. Dieses sorgt – pünktlich zu den Eismännern – für einen Kälteeinbruch und Schnee bis auf etwa 1000 m im Alpenraum. In Folge bildete sich über der oberen Adria eine Störung, die sich Richtung Balkan verlagerte, und dort bis zum Mittwoch, dem 14. Mai, ein mächtiges Tief ausbildete, Yvette genannt. Dieses zog, Vb-Tief-untypisch, nur sehr langsam nordwärts weiter. Dadurch führte es, von einem Höhentiefkern begleitet, über dem zentralen Südosteuropa zu schweren Regenfällen.


Zwar sind ein solcher Starkregen im Balkan zu dieser Jahreszeit keine Seltenheit, aber schon im späten April 2014 hat es schon schwere Fluten gegeben. Die langanhaltenen Regenfälle waren aber am Balkan eine Ausnahmserscheinung, die in Bosnien verzeichneten 150 l/m² in 48 h waren die schwersten Regenfälle, die seit 1892, also 120 Jahren, gemessen wurden.

Daten:

Betroffene Gebiete: Südwest- und Ostmitteleuropa

Todesopfer: 10 (Serbien, Bosnien und Herzegowina, Slowakei, Polen)

Regenmenge: 150 mm/48 h; größte seit 120 Jahren

Windspitzen: 169 km/h (Hirschenstein; Österreich)

Regenmenge: 120 mm/24 h (Belgrad)

 

Beginn: 11.05.2014

Höhepunkt: 14. – 16.05.2014

Ende: 18.05.2014 (Prognose)

 

Weil über Westeuropa ein mächtiges Hoch liegt (Steffen I),kam es in den Aussenbereichen des Tiefs zu starken Sürmen, die in Westungarn, Ostösterreich, Slowenien und Kroatien Böen über 100 km/h erreichen. So meldete der Hirschenstein (Günser Gebirge, 864 m) am 15. Mai abends 169 km/h, der Schöckl (Steirische Randalpen, 1443 m) 139 km/h, die Kredarica (Triglavhütte, Slowenien, 2515 m) am 16. Mai morgens bei −4° 130 km/h, der Plattensee (Ungarn) am 14. ebenfalls 130 km/h und meterhohen Seegang. Insgesamt blieben die Stürme aber weniger heftig als befürchtet, die Überschwemmungen blieben Hauptproblem.

 


Länder:

Bosnien Herzegowina:

  • Betroffene Flüsse: Bosna
  • Betroffene Städte:  Doboj, Sarajevo, Zenica, Bijeljina, Zvornik, Tuzla

Folgen:

  • Verkehrssperrungen
  • Stromausfälle
  • Trinkwasserausfälle
  • Schlammlawinen

Todesopfer:

Hier kamen zwei Menschen ums Leben.

Informationen:

Im Bergland fiel ein halber Meter Schnee. In Tuzla und Sarajevo verschütteten Schlammlawinen mehrere Häuser. Die Kleinstadt Maglaj stand komplett unter Wasser. In den restlichen betroffenen Städten war die Lage kritisch. Für mehrere Regionen wurde der Katastrophenalarm ausgerufen.

Hochwasser der Bosna


Serbien, Kosovo

  • Betroffene Flüsse: Fast alle Flüsse, Drin
  • Betroffene Städte: Belgrad, Čačak, Valjevo, Kosjerić, Loznica, Obrenovac, Svilajnac, Lajkovac, Umcari, Topola, Pristina, Prizren

Folgen:

  • umfangreiche Überflutungen
  • Dauerregen
  • zeitweise 100.000 Haushalte ohne Strom
  • wichtige Verkehrsverbindungen im Süden unterbrochen
  • Belgrad – 10.000ende Menschenevakuiert
  • zahlreiche Orte auf Straße nicht erreichbar
  • Notstand

Todesopfer:

In Serbien kam es zu insgesamt Todesopfern, im Umcari südöstlich der Hauptstadt, in Lajkovac im Westen und in Topola im Zentrum.

Informationen:

In Serbien kam es im Zentralraum zu umfangreichen Überflutungen nach Dauerregen. Besonders kritisch war die Lage beispielsweise auch inČačak, Valjevo, Kosjerić und Loznica in den Zentraldinariden und dann besonders Obrenovacund Svilajnac nahe Belgrad. Rund um Belgrad mussten 10.000ende Menschen evakuiert werden, zahlreiche Orte waren auf Straßen nicht mehr erreichbar. Im Raum Belgrad fielen vom 14. auf 15. Mai in 24 Stunden bis zu 120 Liter Regen je Quadratmeter (120 mm).  Im ganzen Land wurde der Notstand ausgerufen, und die EU-Kommission, die russische und die slowenische Regierung um Hilfe ersucht.

Überflutungen in Gornji Milanovac


 Kroatien:

  • Betroffene Flüsse: Donau
  • Betroffene Städte: Vukovar-Srijem,  Štitar, Bošnjaci, Drenovci, Vrbanja, Gunja 

Folgen:

  • Notstand durch Hochwasser
  • Regionen der Donau waren besonders betroffen

Todesopfer:

Informationen:

Die Böen erreichten eine Geschwindigkeit von über 100 km/h. Kroatien war auch betroffen von den Starkregen.


Slowenien:

  • Betroffene Flüsse: Save
  • Betroffene Städte: Ljubljana, Race-Fram, Lenart, Sentilj

Folgen:

  • etwa 6000 Haushalte zeitweilige ohne Strom
  • Gebäudeschäden durch Windwurf

Todesopfer:

Informationen:

In Slowenien führe hauptsächlich der Sturm am 14. und 15. Mai zu Schadereignissen. Auch in Slowenien wurden Windböen von bis zu 100 km/h gemessen.


Ungarn:

  • Betroffene Flüsse: Donau
  • Betroffene Städte: Budapest, Zala, Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén, Bacs-Kiskun, Csongrád, Békéscsaba, Komitat Somogy, Debrecen

Folgen:

  • 10.000ende Menschen von Stromausfällen betroffen
  • Gebäudeschäden durch Sturm

Todesopfer:

Informationen:

Auch Ungarn hatte vornehmlich Sturmereignisse zu verzeichnen. Am Südufer des Balaton kam es zu einer schweren Sturmflut.


Österreich:

  • Betroffene Flüsse: Donau, Traun, Flüsse Süd- und Ostösterreichs
  • Betroffene Städte: Lilienfeld, St. Pölten, Traisen, Gölsen, Erlauf, Steyr, Frankenfels, Wein, Triesting, Piisting, Graz usw.
  • Betroffene Regionen: Kärnten, Steiermark, Wien, Burgenland, Osttirol, Oberösterreich, Niederösterreich

Folgen:

  •  Bäume entwurzelt
  • nördlich von Graz 4000 Haushalte ohne Strom
  • Häuser beschödigt
  • zahlreiche Feuerwehreinsätze
  • Straßensperren

Todesopfer:

Informationen:

In Österreich war Donnerstag, den 15. Mai, hauptsächlich der Alpenostrand von Stürmen betroffen. Im Südburgenland(Bezirke Güssing und Oberwart) wurden mehrere Bäume entwurzelt.In der Steiermark waren im Raum Weiz und Schöckl – nördlich von Graz – 4000 Haushalte ohne Strom, vereinzelt wurden Häuser beschädigt. Auch in Kärnten und Osttirol kam es zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen und zu Straßensperrren.Schon im Laufe der Nacht wurde aber die Hochwasserlage am Alpennordrand prekär. Schon in der Früh des 16. Mai herrschten im niederösterreichischen Mostviertel katastrophale Zustände (114 mm/24 h in Lilienfeld), das Pielachtal bei Frankenfels war von der Aussenwelt abgeschnitten. Kritisch war die Lage auch an Traisen, Gölsen und Erlauf. Mittags wurde in den BezirkenLilienfeld und St.Pölten der Katastrophenzustand erklärt. Auch im oberösterreichischen Steyr (Enns und Steyr) wurde die Hochwasserlage schon in der Früh kritisch, stabilisierte sich aber später. Im Laufe des Tages weitete sich die Hochwasserlage aus, so an der Triesting, Piesting und Schwarza im Industrieviertel (Bezirk Wiener Neustadt), Es kam auch zu Murenabgängen. Das Schadgebiet weitete sich auf die Bezirke Amstetten, Scheibbs, Melk undNeunkirchen aus. Schwerpunkt war aber weiterhin das Traisengebiet, besonders betroffen war dann Rotheau, der Ort wurde in wenigen Minuten völlig überschwemmt, auch Schrambach, Traisen und St. Veit mussten umfangreich mit Sandsäcken gesichert werden. In Oberösterreich weiteten sich die Hochwässer bis Gmunden im Traungebiet aus, blieben aber moderat.Im Burgenlanduferten Leitha, Wulka und Pinka aus. Auch die Obersteiermark war betroffen, hier primär Verklausungen – etwa bei Eisenerz (Bezirk Leoben) und Kindberg (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) – und Vermurungen – etwa bei Weichselboden, Halltal, Walstern und Rasing(Bezirk Bruck-Mürzzuschlag).


Slowakei:

In der Slowakei richteten orkanartige Stürme und Dauerregen schwere Schäden an. Es kam zu einem Verkehrschaos, in der Region Banska Bystrica waren mehr als 50.000 Haushalte ab Donnerstag, den 15. Mai, ohne Strom.In Dlhona (Okres Svidník) ertrank ein Mensch.

Todesopfer: 1


Tschechische Republik:

Hochwasser wurde am 16. Mai auch im Osten Tschechiens zum Problem. Angespannt ist die Lage besonders an der Olsa in Cesky Tesin.


Polen:

In Polen wurde bis zum Abend des Freitags, dem 16. Mai in 51 Bezirken im Südosten des Landes Hochwasseralarm gegeben, es kam auch zu Sturmschäden.Zahlreiche Verkehrsverbindungen waren gesperrt, mehr als 60.000 Haushalte waren ohne Strom.Hier waren zwei Todesopfer zu verzeichnen (Warschau, Debica).


Rumänien, Bulgarien, Moldawien:

Unwetter verlagerte sich auch in den Regionen der Karpaten. Dort werden wie überall auch Starkniederschläge erwartet.


Albanien, Montenegro, Makedonien:

An den Küsten und Seen Sturm und Hochwasser. Im Landesinneren Hochwasser, mit Stromausfällen und Hausbeschädigungen.

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