Rila-Gebirge

Das Rila-Gebirge  ist ein Gebirge im Südwesten Bulgariens. Der höchste Gipfel ist der Musala mit einer Höhe von 2.925 m. Rila ist das höchste Gebirge auf der Balkanhalbinsel. Das Bild des Rila-Gebirges wird durch fast immer schneebedeckte Gipfel, zackige Felsformen, tiefe Schluchten und eisige Bergseen geprägt. Im Gebirge gibt es außerdem eine Vielzahl an Mineralquellen. Die heißeste Quelle (102 °C) befindet sich in Sapareva Banya. Eingebettet in die waldbedeckten Gebirgshänge liegt das Rila-Kloster. Am Südrand des Gebirges liegen die Wintersportzentren Bansko und Rauslog. Der Artenreichtum im Gebirge ist groß. Man findet u. a. Bären, Wildschweine, Luchse, Ziegen, Hirsche, Falken und Adler. Im Rila befinden sich mehr als 150 Seen in Höhen zwischen 2.100 und 2.500 m. Der höchste davon liegt auf 2.709 m am Fuße des Musala. Das Rila-Gebirge ist der Ursprung der Flüsse Mariza, Iskar und Mesta.


Geographie:

Lage:

Das Rila-Gebirge liegt im südwestlichen Bulgarien und ist ein Teil eines riesigen Gebirgsmassiv der zentralen Südbalkan-Halbinsel. Der höchste Gipfel ist der Musala mit 2925 m. Der Rila-Gebirgsstock ist der höchste Berg Bulgariens und der gesamten Balkan-Halbinsel.

Begrenzung:

Das Rila-Gebirge weist eine Fläche von 2400 km². Der Hauptkamm des Gebirges wird von Bergtälern umgeben. Zu den bekanntesten Pässen zählen der Borovet-Sattel (1305 m) und das Tor von Trajan. Im Osten schliessen sich die Rhodopen an. Weitere Nachbargebirge sind Sredna Gora, Verila-Gebirge und das Pirin-Gebirge.


Gliederung:

Das Rila-Gebirge lässt sich in einige Subgebirge einteilen:

  1. Östliches Rila-Gebirge, oder auch Musala-Kette: dieser Teil des Gebirges ist der höchste und größte. Dort kommen 12 Gipfel über 2700 m vor. Bekannt für den Teil des Gebirges sind die vielen Bergseen, darunter der Ledeno ezero auf 2709 m. Weiter Bergseen im Gebirge sind der Maritsa und Ropalitsa.
  2. Zentrales Rila-Gebirge, oder auch Skakavets-Kette: der kleinste Teilbereich des Gebirges (ca. 1/10 der Gesamtfläche). Bekannt für seine vielen Gletscherseen. Der größte Berge der Balkangebirge ist der Smardlivo ezero mit 21,2 km². Die Kette des Skakavtsi (gegliedert in den Gipfeln Golyam Skakavtsi und Malak Skakavtsi, sowie Pchelina und Sveti Duh).
  3. Nordwestliches Rila-Gebirge: der Nordwesten des Gebirges nimmt ein Viertel der Gesamtfläche ein. Bekannt sind die Sieben-Rila-Seen.
  4. Südwestliches Rila-Gebirge, oder auch Kapatnik-Kette: diese Bergkette nimmt 30% der Fläche ein und weist die ältesten bulgarischen Reservate ein.


Geologie:

Das Rila-Gebirge ist Teil des ältesten Gebirgsstockes des Balkans, dem Marcedono-Thracian-Massives. Während des Känozoikums wurden Granit- und Gneisgesteine, sowie Kristallschiefer gebildet. Das Relief des heutigen Gebirges wurde während der letzten Eiszeit gebildet. Während der jüngsten Eiszeit, der Würmeiszeit, lag die permanente Schneegrenze auf 2100 m ü. NN. Oberhalb dieser Linie veränderten die Gletscher das vorhanden Relief radikal und formten tiefe Kreise, pyramidenförmige Gipfel, Felsspitzen und diverse Täler, Moränenlandschaften und typische Gletscherformationen.


Klima:

Das Klima in Rila-Gebirge ist ein alpines Klima mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von über 2000 mm. Der Musala weist die höchste Niederschlagsmengen und tiefsten Durchschnittstemperaturen des Gebirges auf. Schnee fällt an mehr als die Hälfte des Jahres. Das absolute Minimum auf dem Musala beträgt -31,2°C. Das absolute Gegenteil beträgt +18,7°C.


Flora und Fauna:

Die Flora und Vegetation im Rila-Gebirge weisen einige endemische Arten auf. Allein 36 Arten kommen nur in den Balkangebirgen vor. Viele Tierarten im Gebirge sind stark bedroht.

Tierarten:

Braunbär, Dachs, Otter, Baumarder, Grauwolf, Wiesel, Marder, Rotfüchse, Wildkatze, Steinbock, Rothirsch, Reh, Wildschwein, Wildziege, Mäuse, Murmeltier, und weitere Tierarten der borealen und alpinen Zonen Kontinentaleuropas.