Tal der Könige

Das an der westlichen Uferbank des Nil in Ägypten gelegne, trockene Tal wurde in der letzten Eiszeit von heftigen Regenfällen durch ein Plateau aus abwechselnden Schichten von Sedimentgestein und Mergel geschnitten. Zahlreiche bedeutende archäologische Fundstellen bergen die Grabmäler von ägyptischen Pharaonen. Das Tal der Könige hat seine Schätze noch längst nicht alle freigegeben.

Geschichte:

Aus guten Gründen ließen sich die Pharaonen des Neuen Reiches (1550-1070 v. Chr.) in diesem ablegenden Tal bestatten:

Man wollte die Gräber in der Nähe der neuen Residenz, Theben, haben. Gleichzeitig sollten sie abgelegen und geschützt gegen Grabrüben sein. Dafür nahm man di weite räumliche Distanz der Gräber zu den Totentempeln in Kauf, die am Rande des Fruchtlandes standen. Schließlich war für die Grabanlagen eine stabile, doch nicht allzu schwer bearbeitbare geologische Formation notwendig, wie sich der bei Luxor-West unter dem Sandstein liegenden Kalk beispielhaft bietet.

Gräber:

In 64 Felsengräber wurden hier Pharaonen und deren engste Angehörigen beigesetzt. Grabräuber aller Epochen plünderten die Schätze, und doch reichten die verbliebenen Dinge noch aus, die Museen der Welt zu füllen. Vor Ort blieben herrliche Wandmalereien.

Schönsten Grabanlagen:

  • Tutanchamun (regierte von 1347-1337 v. Chr.)
  • Ramses V.
  • Ramses VI.
  • Siptah
  • Thutmosis III.

Weitere Gräber im Tal:

  • Ramses VII.
  • Ramses IV.
  • Ramses IX.
  • Merenptah
  • Ramses-Montu-her-chopeschef
  • Thutmosis IV.
  • Ramses I.
  • Ramses III.
  • Haremhab
  • Amenophis II. (Amenhotep II.)
  • Tausret und Sethnacht
  • Sethos II.
  • Eje

Grab der Ramses-Söhne:

Das Grab KV 5 war bereits den Reisenden des 19. jh. bekannt. Howard Carter untersuchte es, fand nichts Aufregendes und schüttete den Eingang mit dem Aushub anderer Gräber zu, nach wurde KV 5 vergessen. Erst der amerikanische Archäologe Kent Weeks stieß 1987 beim Studium alter Lagepläne wieder auf das Grab. Er fand das Grab der Ramses-Söhne.

Tourismus:

Das Tal der Könige ist einer der Hauptanziehungspunkte für Touristen in Ägypten. Nur ein kleiner Teil der Gräber kann besichtigt werden, da aus konservatorischen Gründen ein wechselnder Teil gesperrt ist.

Begrenzter Zutritt:

Einige Gräber wie das von Sethos I. (KV17) sind seit Jahren für Besucher geschlossen. Eintrittskarten berechtigen derzeit zum Besuch von drei Gräbern, es wird von der Verwaltung nahegelegt, sich nur 10 Minuten in dem jeweiligen Grab aufzuhalten. Für das Grab des Tutanchamun muss ein Extraticket gelöst werden.

Fotografieren:

Das Fotografieren und Filmen unterlag im Tal der Könige strengen Beschränkungen. Seit Dezember 2009 ist es nicht mehr erlaubt, Kameras mit in das Tal zu nehmen.

Reisezeit:

Aufgrund der längeren Wartezeiten an den Gräbern und der prallen Sonne sind die Wintermonate Dezember und Januar am besten für einen Besuch geeignet. Im Sommer sind die Temperaturen extrem heiß und der Aufenthalt ist unerträglich.

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Schutzmaßnahmen:

Um die Königsgräber vor weiterer Zerstörung zu schützen und für die Zukunft zu erhalten, ist geplant, von den wichtigsten originalgetreue Kopien zu erstellen, die stattdessen besichtigt werden können. Dazu zählen das Grab Sethos I. (KV17), das Grab Tutanchamuns (KV62) und das Grab der Königin Nefertari (QV66) im Tal der Königinnen.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung:

Weitere Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung (teilweise in Laufweite) sind:

  • Deir el-Bahari
  • Deir el-Medina (Arbeitergräber)
  • Gräber der Noblen (Qurna, Qurnet Murrai, Al-Asasif, Dra Abu el-Naga)
  • Medinet Habu
  • Memnonkolosse
  • Ramesseum
  • Tal der Königinnen
  • Tempel der Hatschepsut
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Obelisk der Hatschepsut

Wichtige Monumente des Tales:

Tempel der Hatschepsut:

Der Totentempel der Hatschepsut stammt aus der 18. Dynastie und ist der am besten erhaltene Tempel in Deir el-Bahari am Westufer des Nil in Theben. Auffällig ist seine eigenwillige Architektur. Die Pylone sind durch offene Pfeilerhallen am Anfang je einer Terrasse ersetzt. Der gesamte Tempel ist aus Kalkstein errichtet. Der gesamte Talkessel von Deir el-Bahari ist hauptsächlich den Göttern Hathor und Amun-Re geweiht, daneben auch Horus in Chemmis, Anubis, Amun und Iunmutef. Der Tempel wurde bis in ptolemäische Zeit genutzt. In koptischer Zeit entstand auf dem Tempel das Phoibammon-Kloster. Das Kloster wurde bis ins 11. Jahrhundert genutzt und von verschiedenen Bischöfen besucht. Der Totentempel der Hatschepsut ist ein sogenanntes Millionenjahrhaus.

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Tal der Königinnen:

Das Tal der Königinnen ist eine Nekropole des antiken Theben in Ägypten. Das Tal der Königinnen liegt südlich des Tals der Könige in Theben-West. Hier wurden in über 90 Gräbern die nahen Angehörigen der Herrscher der späten 17., 18., 19. und 20. Dynastie bestattet. Der Begriff ist analog zu „Tal der Könige“ gewählt worden, doch ist diese Bezeichnung irreführend, da hier nicht nur Königinnen bestattet wurden. Das bedeutendste Grab ist das der Nefertari (QV66), der Großen königlichen Gemahlin von Ramses II. (19. Dynastie).

Memmonkolosse:

Die Memnonkolosse sind zwei nebeneinander stehende altägyptische Kolossalstatuen aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. Sie befinden sich im Niltal unweit des Tals der Könige (Bibân el-Molûk) in Theben-West. Die Statuen befanden sich in der Vergangenheit vor den Pylonen des Eingangs zum Tempel des Amenophis III. (ägyptisch Amenhotep III.), eines Pharaosder 18. Dynastie.

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Medinet Habu:

Medînet Hâbu ist ein Teil der alten Nekropole von Theben-West in Ägypten am Rand des Fruchtlandes des Nils, gegenüber von Luxor. Auf dem Areal von Medînet Hâbu befindet sich ein großer Totentempel des Ramses III., der zugleich dem Amun geweiht war und eines der stilistisch vollkommensten Bauwerke Ägyptens darstellt.

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Totenmaske des Tutanchamun

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Luxor: grünes Niltal und staubtrockene Wüste

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Tempel der Hatschepsut

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