Peloponnes

Das Innere der durch den Golf von Patras und den Golf von Korinth vom übrigen Festland abgeteilten Halbinsel besteht aus einer stark zerklüfteten, gerodeten Kalkberglandschaft, die im Taygetos bis auf 2407 m aufsteigt. Arkadien ist ein durchschnittlich 1000 m hohes recht raues Hochland. Die Halbinsel ist durch den Isthimos von Korinth mit dem Festland verbunden. Die Landenge wurde 1893 durch den Kanal von Korinth durchstoßen. Das Inselinnere ist ein bis zu 2000 m hohes zerklüftetes Kalkbergland, das heute kaum mehr bewaldetet ist. Arkadien ist ein rundum 1000 m hoch gelegenes Hochland, das den Schaf- und Ziegenherden als Weide dient.


Die sieben Landschaften (Verwaltungsbezirke) des Peloponnes:

  1. Argolís 
  2. Arkadien
  3. Lakonien
    1. Máni
  4. Messenien 
  5. Elis
  6. Achaía
  7. Korinthía

Geographie:

Verwaltungsbezirke: 

Argolís:

  • zwischen dem Saronischen und Argolischen Golf im Nordosten der Halbinsel
  • Wichtigste Städte: Nafplion und ‘Argos
  • Kulturlandschaften: Getreidefelder, Olivenhaine, Wein und Zitrusfrüchte
  • Lage von bedeutendsten Ausgrabungsstätten der griechischen Antike

Arkadien:

  • kahles, verkarstetes Bergland im Zentralpeloponnes; Bergketten teilweise bewaldet
  • Wichtigste Städte: Trípolis
  • Landwirtschaft nur schwer möglich

Lakonien:

  • zwischen dem Taygetos-Gebirge (2407 m) im Westen und dem Pardon im Osten liegt die fruchtbare Ebene des Eurótas
  • Oliven- und Zitrusfruchtkulturen durchziehen die Ebene
  • Wichtigste Städte: Sparta, Gythion

Messenien:

  • der westlichste der drei “Finger” im Süden des Peloponnes
  • eine der landwirtschaftlichen Zentren der Peloponnes
  • überwiegende fruchtbare Böden, vor allem an der Küste
  • kümmerliche Waldreste im Inneren der Provinz
  • Wichtigste Städte: Kalamáta

Elis:

  • im Nordwesten von den Flüssen Pinios und Alpheios durchzogenes Schwemmland
  • Wein- und Getreideanbau bestimmen das Landschaftsbild; viele Olivenhainen, teilweise auch Großviehzucht
  • Wichtigste Städte: Pírgos

Achaía:

  • üppige Vegetation entlang des schmalen Küstenstreifens wiest der nördliche Teil des Peloponnes auf
  • intensiv bewirtschaftet durch Landwirtschaft
  • viele Oliven- und Zitronenbäume
  • Hauptstadt ist Pátras

Korinthía:

  • Küstenlandschaft im Nordosten des Peloponnes, verkarstetes Bergland
  • zahlreiche Industrieanlagen bei Korínth, aufgrund der verkehrsgünstigen Lage
  • intensive landwirtschaftliche Nutzung
  • Regierungshaupstadt ist Korínth

Küste:

Die Peloponnes ist der südlichste Teil der Balkanhalbinsel und somit das am weitesten ins Mittelmeer hineinragende Gebiet. Der südlichste Punkt der Peloponnes ist Kap Tenaro. Im Osten wird die Halbinsel von der Ägäis und im Westen vom Ionischen Meer begrenzt.

Verbindungen zum Festland:

Vom Festland ist die Peloponnes über eine Landenge von etwa 6,3 km Breite, den Isthmus von Korinth, zu erreichen, der jedoch im Jahr 1893 durch den Kanal von Korinth durchbrochen wurde. Dennoch gilt die Peloponnes nicht als Insel, weil der Kanal ein künstliches Bauwerk ist (siehe dazu auch Insel und Halbinsel). Seit 2004 ist die Peloponnes auch im Norden zwischen den Orten Rio und Andirrio durch die 2,2 km lange Rio-Andirrio-Brücke mit dem übrigen Festland verbunden.

Hoch- und Tiefländer:

Landschaftlich besteht ein scharfer Kontrast zwischen den rauen, unbewohnten Gebirgen (Höhe bis 2400 m) und den fruchtbaren, dicht besiedelten Tallandschaften bzw. dem Flachland am Meer. Letzteres erstreckt sich im Westen (zwischen Patras und Pyrgos) und im Süden bei Sparta.

Gebirge:

Die Gipfel reichen im Norden der Peloponnes bis 2374 m, im Süden bis 2407 m (Taygetos).

Böden:

Die Täler zeichnen sich oft durch, für griechische Verhältnisse, große Fruchtbarkeit aus.


Geologie:

Plattenverschiebung:

Erdgeschichtlich betrachtet war die Peloponnes ursprünglich eine Insel, wurde jedoch im Laufe der Zeit durch die Nord-Verschiebung der Afrikanischen Platte und der Arabischen Platte an das Festland herangedrückt (siehe auch Plattentektonik).

Ergebnis der Erdbewegung:

Deutliche Spuren davon sind an den vielen, geologisch gesehen jungen, Faltengebirgen zu erkennen. Diese spalten sich auf der Peloponnes zahlreich auf und geben der Landschaft ein charakteristisches Bild. Vor allem in der Zentralpeloponnes (Arkadien) ist das 1500–1900 m hohe Berglandschwer zugänglich und gekennzeichnet von oberirdisch abflusslosen Becken (Poljen), in denen teilweise Seen entstanden. Ein Beispiel hierfür ist der mittlerweile verlandete Stymphalische See.

Seismologie:

Da die Verschiebung der Platten weiterhin anhält, ist die Peloponnes neben Italien und Kreta das am meisten durch Erdbeben gefährdete Gebiet Europas.


Klima:

Das Klima ist grundsätzlich mediterran mit milden, nassen Wintern und heiß-trockenen Sommern. Grundsätzlich herrscht auf der Halbinsel ein mediterranes Klima. Aufgrund der topographischen Gegebenheit der Peloponnes findet man unterschiedliche Klimate vor. Im Gebirge sind die Sommer deutlich kühler und die Winter strenger mit viel Frost. An der Küste herrscht ein mildes Mittelmeerklima mit gemilderten Sommern und seltenen Frost. In den Ebenen und Becken des Inlandes herrschen extrem heiße Sommer und sehr kühle Winter. Die heissesten Regionen sind das Umland von Sparta und Nafplio (durchschnittliche Tagestemperatur im Juli von +35°C). Die niedrigsten Durchschnittstemperatur werden in der Stadtregion von Gortynia erreicht (durchschnittliche Nachttemperatur im Januar von 0°C).

Argolis:

Das Klima ist mediterran mit heißen Sommern und milden Wintern. Der meiste Niederschlag fällt im Winter. In den zentralen Lagen des Inselinneren ist das Klima extremer ausgeprägt.

Argos:

Griechenland 3

Arkadien:

Das Klima weist im östlichen Teil von Arkadien heiße Sommer und milde Wintern auf. Ebenso findet man ein mediterranes Klima im südlichen Teil, in Tiefländern und in den zentralen Gebieten unter 1000 m auf. Der meiste Regen fällt im Winter. Schnee kommt nur in den Bergen vor.

Korinthía:

Das Klima weist heiße Sommer und milde Wintern in den Küstengebieten auf. Im Inselinneren sind die Winter kälter mit zeitlichen Schneefällen in den Bergen.

Lakonien:

Lakonien hat ein mediterranes Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Schnee ist sehr rar an den Küsten, aber auf den Bergen kann es reichlich schneien.

Griechenland

Messenien:

Das Klima ist von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich. In den Tiefländern ist das Klima etwas wärmer als in der griechischen Hauptstadt. Schnee kommt nur in den Bergen vor. Im Inselinneren kann es häufig zu Wolkenbildung kommen, die sich zeitweise als Gewitter entladen.

Kalamáta:

Griechenland 5

Waldbrände:

Geografische, klimatische, aber auch vom Menschen verursachte Faktoren führen immer wieder zu verheerenden Landschaftsbränden auf der Peloponnes, zuletzt im Sommer 2007.

Sonnenstunden:

Küste:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
4 h5 h6 h8 h9 h11 h12 h11 h9 h7 h4 h3 h

Inselinneres:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
3 h5 h6 h8 h10 h12 h13 h12 h10 h6 h6 h4 h

Wassertemperatur:

Nord:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
14°C14°C14°C16°C18°C22°C24°C25°C23°C22°C19°C16°C

Süd:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
17°C16°C16°C18°C19°C21°C23°C25°C24°C23°C20°C18°C

Städte:

Einige größere Städte:

  • Egio (Αίγιο)
  • Ermioni (Ερμιόνη)
  • Gythio (Γύθειο); Fährhafen im Süden
  • Kalamata (Καλαμάτα); Zentrum im Südwesten
  • Korinth (Κόρινθος)
  • Kranidi (Κρανίδι)
  • Kyparissia (Κυπαρισσία)
  • Methana (Μέθανα)
  • Nafplio (Ναύπλιο)
  • Patras (Πάτρα), zentraler Fährhafen (moderne Transkription: Pátra)
  • Pylos (Πύλος)
  • Pyrgos (Πύργος)
  • Sparta (Σπάρτη) (moderne Transkription: Spárti)
  • Tripoli (Τρίπολις)
  • Zacharo (Ζαχάρω)